Karpaltunnelsyndrom: So schmerzt die Hand nicht mehr

Karpaltunnelsyndrom: So schmerzt die Hand nicht mehr
Sollten alternative Behandlungsmethoden, wie zum Beispiel das Tragen eines Stützverbandes oder einer Nachtschiene bei einem Karpaltunnelsyndrom nicht mehr helfen, wird Ihnen der Arzt höchstwahrscheinlich eine Operation vorschlagen © shutterstock

Kennen Sie das? Die Finger kribbeln, fühlen sich taub an oder tun weh – meist Daumen, Zeige- und Mittelfinger. Dann leiden Sie vielleicht unter einem Karpaltunnel-Syndrom (KTS). 10 Prozent der Erwachsenen in Deutschland sind betroffen, Frauen dreimal häufiger als Männer. Erfahren Sie hier, was bei eingeengten Nerven im Handgelenk hilft und wie man effektiv vorbeugen kann.

 

Wie entsteht das KTS?

Zwei Gründe spielen eine Rolle: eine angeborene Enge im Handgelenk und eine Gewebeschwellung. Beides kann auf einen Nerv drücken, der durch diesen "Tunnel" verläuft. Dauerhafte Überlastung der Hand, zum Beispiel langes Arbeiten mit der Computermaus, ist die häufigste Ursache für die Schwellung.

Der Hausarzt oder Orthopäde wird das Gelenk untersuchen und fragen: Traten Kribbeln, Taubheit oder Schmerzen zuerst nachts auf? Sind die ersten drei Finger betroffen? Können Sie feine Arbeiten mit Zeigefinger und Daumen nicht mehr beschwerdefrei ausführen? Wird es kurzfristig besser, wenn Sie die Hand hängen lassen?

Bei Verdacht kann dann ein Nervenfacharzt (Neurologe) das KTS nachweisen. Er misst mit aufgeklebten Elektroden die Nervenleitgeschwindigkeit: Sie ist nämlich bei eingeengten Nerven verzögert.

 

Wie wird behandelt?

Ein KTS kann mit der Zeit schlimmer werden: Der Nerv im Handgelenk und die Muskeln des Daumenballens nehmen auf Dauer Schaden. Deshalb ist es empfehlenswert, gleich zu reagieren. Zuerst ist Ruhigstellung angesagt mit einer Nachtschiene und einem Stützverband tagsüber. Zumindest kurzfristig hilft es, wenn der Arzt den Entzündungshemmer Kortison ins Handgelenk spritzt. Ergänzt wird die Therapie mit schmerz- und entzündungshemmenden Tabletten. Manchen Patienten hilft zusätzliche Kältetherapie, anderen hilft Wärme besser. Sollten die Beschwerden nicht verschwinden, wird der Arzt eine OP mit Ihnen besprechen.

 

Was wird bei einer OP gemacht?

Der Eingriff geschieht meist ambulant. Mit einer sogenannten Plexus-Anästhesie betäubt ein Chirurg den Arm, oder man bekommt auf Wunsch eine Kurznarkose. In der Regel ist ein 1,5 cm langer Hautschnitt nötig. Mit Mini-Instrumenten durchtrennt der Spezialist ein Bindegewebsband nahe der Problemstelle, der Nerv hat wieder Platz. Verband und Schiene sind nur für wenige Tage nötig. Spätestens nach drei Wochen ist die Hand wieder einsatzfähig - und zwar meist lebenslang.

 

Die beste Vorbeugung

Man sollte das Handgelenk nicht überlasten. Vor allem bei der Arbeit am Computer öfter mal pausieren.

Das hilft auch gut: Man dehnt regelmäßig die Finger- und Handmuskeln, zum Beispiel indem man die Hand auf den Oberschenkel legt, die Finger spreizt und vorsichtig drückt.

Sehr gut ist auch ein kleiner Gummiball mit oder ohne Noppen (Apotheke, Sanitätsgeschäft): öfter in der Hand drehen, drücken, zwischen den Handflächen rollen.

Auch wirksam: das Handgelenk ab und zu mit reibenden Bewegungen massieren.

Abends regt eine durchblutungsfördernde Salbe, zum Beispiel mit Rosmarinextrakt, den Gewebestoffwechsel im Handgelenk zusätzlich an und wirkt Schwellungen entgegen.

Themen
Das könnte Sie auch interessieren
Copyright 2018 praxisvita.de. All rights reserved.