Karpaltunnelsyndrom – Schmerzlinderung mit Menthol

Carolin Banser Medizinredakteurin
Menthol hilft beim Karpaltunnelsyndrom
Menthol verringert die Schmerzintensität beim Karpaltunnelsyndrom – und könnte damit ein neuer Ansatz bei der Therapie sein © Fotolia

Menthol ist vielseitig einsetzbar. Auf sanfte Weise lindert der Wirkstoff Kopfschmerzen, Schnupfen, Hauterkrankungen und Sportverletzungen. Eine Studie hat jetzt bewiesen: Menthol hilft sogar bei einem Karpaltunnelsyndrom.

 

Wirkungen von Menthol

Menthol ist Hauptbestandteil des ätherischen Öls der Pfefferminze. Es wird synthetisch hergestellt oder aus der japanischen Minze gewonnen. Die weiße kristalline Substanz hat eine schmerzlindernde Wirkung. Je nach Höhe der Konzentration, erzeugt sie kühle (niedrige Menthol-Konzentration) oder wärmende Effekte (hohe Menthol-Konzentration). Eine dänische Studie hat jetzt die Wirksamkeit von Menthol beim Karpaltunnelsyndrom untersucht.

 

Schmerzlinderung mit Menthol-Gel

Ergebnis der Studie: Die Verabreichung von Menthol könnte ein neuer Behandlungsansatz beim Karpaltunnelsyndrom sein. Zehn Personen mit chronischen Schmerzen aufgrund eines Karpaltunnelsyndroms wurden in die Studie einbezogen. Am ersten Tag wurde ihnen entweder Menthol-Gel oder ein Placebo-Gel mit Mentholduft verabreicht, am zweiten Tag jeweils das andere Gel. Die Schmerzintensität wurde direkt vor der Anwendung sowie ein, zwei und drei Stunden danach mittels einer visuellen Analogskala (Instrument zur Messung subjektiver Empfindungen) ermittelt. Unter Menthol verringerte sich die Schmerzintensität, mit dem Placebo blieb der Schmerz unverändert. Interessanterweise hielt die Schmerzlinderung länger an als der spürbare Kühleffekt des Gels.


 

Warum sich Menthol kalt anfühlt

Die schmerzstillende Wirkung von Menthol, die auch beim (Schläfen-)Kopfschmerz genutzt wird, beruht auf der Anregung von Kälte-Rezeptoren. Diese senden ein Signal zum Rückenmark, das die Schmerzübertragung hemmt. Kommen ausreichend viele solcher hemmenden Signale zusammen, ist die Schmerzübertragung auf ihrem Weg zum Gehirn gestoppt: der Betroffene registriert nur Kälte, aber keinen Schmerz.

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