Karotte schlägt Pille

Verena Elson Medizinredakteurin

Spezielle Nährstoffe verlängern das Leben, zeigt eine US-Studie. Doch es gibt eine Bedingung: Sie müssen aus echtem Essen stammen, nicht aus Pillen.

Eine Frau isst Salat
Nährstoffe in Obst und Gemüse verbessern unsere Lebenserwartung – Vitaminpillen helfen dabei nicht, zeigt eine Studie Foto:  Eva-Katalin/iStock

Die Regale in Apotheken und Drogerien sind prall gefüllt mit Schachteln voller Pillen, die uns gesünder machen und unser Leben verlängern sollen – doch tun sie das wirklich? Wissenschaftler der Tufts University in Massachusetts widmeten sich dieser Frage in ihrer kürzlich veröffentlichten Studie.

Sie werteten die Daten von 27.000 erwachsenen US-Amerikanern aus. Diese hatten über mehrere Jahre regelmäßig Ernährungstagebücher erstellt. Über das nationale Todesregister wurden schließlich Todeszeitpunkt und -ursache bei den 3.613 im sechsjährigen Studienzeitraum verstorbenen Studienteilnehmern ermittelt.

 

Diese Nährstoffe verlängern das Leben

Die Analyse zeigte: Eine ausreichende Aufnahme von Vitamin K und Magnesium verringert das Risiko eines frühzeitigen Todes – wenn die Nährstoffe über die Nahrung aufgenommen werden und nicht über Nahrungsergänzungsmittel. 

Die ausreichende Aufnahme von Vitamin A, Vitamin K und Zink verringert zudem das Risiko eines Todes durch Herzerkrankungen – dies gilt ebenfalls nur dann, wenn die Nährstoffe über die Nahrung aufgenommen werden.

Ein bestimmtes Nahrungsergänzungsmittel kann laut der Studie sogar Schaden anrichten: Die tägliche in Pillenform aufgenommene Menge an Calcium sollte demnach 1.000 Milligramm nicht übersteigen, da sonst das Risiko eines Todes durch Krebs ansteigt. Dieser Zusammenhang besteht nicht, wenn das Calcium über die Nahrung aufgenommen wird.

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Leben verlängern mit diesen Nahrungsmitteln

Das Fazit der Forscher: Statt zu Kapseln und Pillen sollten wir lieber zu Obst und Gemüse greifen. Der Tagesbedarf an Vitamin A beträgt beispielsweise 0,8-1,0 mg – so viel ist bereits in einer mittelgroßen Karotte enthalten. Andere gute Lieferanten sind Brokkoli, Spinat und Paprika.

Von Vitamin K sollten wir täglich 0,06-0,08 mg zu uns nehmen – der Nährstoff steckt in Sauerkraut und anderen Kohlsorten sowie frischem grünen Gemüse, bereits 100 Gramm reichen aus.

Der tägliche Bedarf an Magnesium beträgt 300-350 mg – diese Menge wird etwa mit einer Portion Haferflocken, zwei Scheiben Vollkornbrot und einer Handvoll Mandeln erreicht.

Zink steckt vor allem in tierischen Lebensmitteln wie Fisch, Milchprodukten und Eiern. Der Tagesbedarf von 7-10 mg kann mit 25 Gramm Kürbiskernen, 100 g Linsen und 100 g Haferflocken gedeckt werden.

Quelle:
Chen, Fan, et al. (2019): Association Among Dietary Supplement Use, Nutrient Intake, and Mortality Among US Adults, in: Annals of Internal Medicine.

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