Karbunkel – was steckt dahinter?

Carolin Banser Medizinredakteurin
Karbunkel Grafik
Ein Karbunkel ist eine schmerzhafte eitrige Verwachsung mehrerer Haarfollikel zu einem Entzündungsherd Foto:  PraxisVITA
Inhalt
  1. Was ist ein Karbunkel und wie entsteht es?
  2. Woran lässt sich ein Karbunkel erkennen?
  3. Kann ich ein Karbunkel selbst behandeln?

Karbunkel sind großflächige, tiefe und sehr schmerzhafte Entzündungen mehrerer benachbarter Haarbälge, die zu einem eitrigen Knoten miteinander verwachsen sind. Welche gesundheitlichen Beschwerden auftreten können und wie die Behandlung eines Karbunkels aussieht – hier mehr erfahren!

 

Was ist ein Karbunkel und wie entsteht es?

Karbunkel – was ist das?

Ein Karbunkel ist ein Abszess, der durch die Verschmelzung mehrerer Haarfollikel (Haarbälge) zu einem großen Entzündungsherd gekennzeichnet ist. Karbunkel entstehen, wenn die Haarfollikel mit Staphylokokken infiziert werden.

Durch die Infektion der Haarbälge sowie der dazugehörigen Talgdrüse entsteht zunächst ein Furunkel. Mehrere Furunkel zusammen bilden ein Karbunkel.

Furunkel-Entstehung
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Hervorgerufen wird das Karbunkel durch das Bakterium Staphylococcus aureus. Das körpereigene Immunsystem bekämpft diese Bakterien, die in tiefere Hautschichten eingedrungen sind und es kommt zur Eiteransammlung. Karbunkel erscheinen daher als schmerzhafte, mit Eiter gefüllte Beulen unter der Haut.

Besonders ältere Menschen oder von Krankheiten geschwächte Personen (z.B. Menschen mit Diabetes, AIDS) sind von der schmerzhaften Verwachsung mehrerer nebeneinanderliegender Furunkel betroffen.

Zu den weiteren Risikofaktoren eines Karbunkels gehören:

  • Rauchen
  • Hauterkrankungen wie z.B. Impetigo
  • Kortison
  • mangelnde Hygienemaßnahmen z.B. nach einer Rasur
 

Woran lässt sich ein Karbunkel erkennen?

Karbunkel können überall dort am Körper auftreten, wo Haare wachsen. Bevorzugte Stellen sind das Gesäß, die Leistengegend, die Achselhöhle und der Nacken.

Die typischen Symptome eines Karbunkels sind:
  • Schmerzen
  • Lokale Erwärmung
  • Brettharte Schwellungen mit Eiterdurchbrüchen
  • Rötung um den Haarbalg

Karbunkel zeigen sich zunächst als Eiterbeulen, mit einer nässenden oder verkrustenden Oberfläche. In kurzer Zeit werden die Karbunkel immer größer und breiten sich auf benachbarte Körperstellen aus. Durchbricht das Karbunkel die Haut, tritt eine dickflüssige, meist weißliche oder rötliche Flüssigkeit aus.

Tiefsitzende Karbunkel können Narben hinterlassen. Häufig gehen sie mit Begleitsymptomen einher. Dazu gehören:

Achtung

Treten Karbunkel im Gesicht auf, können die Bakterien ins Gehirn vordringen und dort eine Thrombose auslösen. Dann besteht Lebensgefahr! Karbunkel sollten daher nie ausgedrückt werden.

 

Kann ich ein Karbunkel selbst behandeln?

Ein Karbunkel gehört immer in die Hände eines Arztes, um Komplikationen – wie z.B. eine Blutvergiftung oder eine Infektion der Lymphgefäße – zu verhindern. Meist ist ein operativer Eingriff notwendig. Bei örtlicher Betäubung oder Vollnarkose wird dabei das Karbunkel geöffnet, um den Eiter abfließen zu lassen. Manchmal wird das Karbunkel komplett entfernt.

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