Ernährung bei MS: Welche Rolle spielt Zucker?

Stephanie Pingel Medizinredakteurin

Die Ergebnisse einer neuen Studie sind alarmierend: Stark übergewichtige Personen haben ein deutlich erhöhtes Risiko, an Multipler Sklerose (MS) zu erkranken. PraxisVITA erklärt die Studie und verrät, welche Ernährung MS begünstigen kann.

Donuts
Laut einer neuen Studie wird das Risiko für MS durch die falsche Ernährung erheblich erhöht © istock/DusanManic

Mittlerweile leiden mehr als 2,3 Millionen Menschen weltweit an Multipler Sklerose (MS). Bei der Krankheit entzünden sich bestimmte Teile der Nervenfasern im Gehirn und im Rückenmark – dadurch kann es unter anderem zu Lähmungserscheinungen kommen. Ursache der Erkrankung ist vermutlich ein Zusammenspiel verschiedener Faktoren wie erbliche Anlagen und Umwelteinflüsse. Die Ergebnisse einer groß angelegten Metaanalyse von 125 Studien mit rund 340.000 Teilenehmern verdeutlichen nun einen weiteren MS-Faktor: die falsche Ernährung.

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Falsche Ernährung erhöht das MS-Risiko

Die Forscher studierten die DNA der Probanden und suchten gezielt nach Biomarkern, die auf MS hinweisen könnten. Zusätzlich maßen sie den jeweiligen Body Mass Index (BMI). Die Daten wurden nach bestimmten Zeitabschnitten überprüft. Dabei stellten die Wissenschaftler fest: Die Personen, die zuvor laut BMI Übergewicht hatten (bei Frauen ab einem Wert von 25, bei Männern ab 26) und inzwischen in die Fettleibigkeit gerutscht waren (ab einem Wert von 31), hatten ein 40 Prozent höheres Risiko, an MS zu erkranken. Die Analyse wurde in dem Magazin „Plos Medicine“ veröffentlicht.

Die Ergebnisse seien für die Gesundheitsforschung sehr wichtig, weil Fettleibigkeit in vielen Ländern ein großes Problem sei, erklären die Studienautoren. Bereits im Jahr 2014 war ein Drittel der Weltbevölkerung zu dick, besonders betroffen waren unter anderem Menschen in den USA, China und Indien. Aber auch in Deutschland gilt: Fast jeder Zweite ist übergewichtig oder fettleibig.

Frau mit Adipositas
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Übergewicht in der Jugend

Mit der neuen Studie sei es zum ersten Mal gelungen, eine klare Verbindung zwischen der Ernährung und MS herzustellen. Im Jahr 2014 wurde im Magazin „Neurology“ allerdings bereits eine Untersuchung veröffentlicht, die einen Zusammenhang zwischen Übergewicht im Jugendalter und MS aufgezeigt hatte. Damals gingen die Forscher davon aus, dass das Übergewicht chronische Entzündungen auslösen könnte, die das Immunsystem dazu bringen, sich selbst zu attackieren. Belegen ließ sich diese Annahme jedoch nicht.

Frauen sind von MS zwei- bis dreimal häufiger betroffen als Männer. Die Gründe dafür sind bis heute ebenso unklar wie die genauen Krankheitsursachen. Viren scheinen laut früheren Untersuchungen ebenso eine Rolle spielen zu können wie ein niedriger Vitamin D-Spiegel. Wie diese Faktoren jedoch zusammenhängen, ist nach wie vor unklar.

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