Kann Schweiß Akne heilen?

Scheiß gegen Akne
Akne-Symptome, wie zum Beispiel Pickel und Hautrötungen, können mit Schweiß-Bakterien behandelt werden. © Fotolia

Akne ist in Deutschland eine wahre Volkskrankheit, von der nicht nur Teenager betroffen sind, sondern nahezu alle Altersgruppen. Nun haben Forscher eine neuartige Therapie entwickelt – und dafür bedarf es nicht mehr als Schweiß und eines Bakteriums.

Forscher des AOBiome LLC Instituts in Cambridge (USA) isolierten für die aktuelle Studie den Bakterienstamm Nitrosomonas Eutropha aus organischen Bodenproben. Diese Bakterien ernähren sich, indem sie Ammoniak – einen Bestandteil unseres Schweißes – verstoffwechseln.

In einem zweiten Schritt bekamen freiwillige Probanden für eine Woche täglich eine Paste mit einer Kultur lebender Nitrosomonas-Eutropha-Bakterien auf die Kopf- und Gesichtshaut aufgetragen, um damit Hauterkrankungen – wie Akne – zu behandeln. Eine andere Probandengruppe, die nicht mit dieser Bakterien-Suspension sondern einem Placebo versorgt wurden, stellte die Kontrollgruppe.

 

Schweiß-Bakterien heilen Hautkrankheiten

Und tatsächlich verbesserte sich bei den mit der Bakterien-Paste behandelten Probanden nach der einwöchigen Anwendungsdauer die Haut im Gesicht – aus medizinischer und ästhetischer Sicht. Die Akne-Symptome, wie z.B. Pickel und Hautrötungen, gingen zurück.

Die für den Versuch verwendeten sogenannten Ammoniak oxidierenden Bakterien (AOB) produzieren während des Metabolisierung (Verstoffwechslung) des menschlichen Schweißes Nitrit und Stickstoffmonoxid. Diese Substanzen wiederum spielen eine wichtige Rolle für die physiologischen Funktionen der Haut, wie zum Beispiel der Bekämpfung von Entzündungen oder die Wundheilung. Konkret verringern die Einzeller durch den Verbrauch von Ammoniak den pH-Wert auf unserer Haut, wodurch ihre chemische Mikroumgebung im Gleichgewicht bleibt.

 

Bakterien auch Wochen später noch aktiv

Nach zwei Wochen konnten die Forscher – mithilfe von DNA-Tests – bei rund 60 Prozent der behandelten Studienteilnehmern noch aktive Bakterienkulturen nachweisen. Die Studie zeigt zudem, „dass die Behandlung von Hautkrankheiten mit Ammoniak oxidierenden Bakterien gut verträglich war“ und keine Nebenwirkungen feststellbar seien, erklärt Studienautor Professor Larry Weiss.

Hamburg, 30. September 2014

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