Kann Schnarchen Demenz auslösen?

Mann schnarcht
Nächtliche Atemaussetzer aufgrund von starkem Schnarchen erhöhen die Gefahr einer frühen Demenz, zeigt eine neue Studie © Fotolia

Wer unter nächtlichen Atemaussetzern leidet, hat auch ein erhöhtes Risiko, früher dement zu werden. Doch es gibt eine Lösung für dieses Problem, zeigt eine neue US-Studie: Mit der richtigen Therapie verzögert sich das Einsetzen der ersten Demenz-Symptome um fast zehn Jahre.

Für ihre aktuelle Studie werteten Forscher der US-amerikanischen Alzheimer’s Disease Neuroimaging Initiative Daten von über 700 Patienten mit Demenz oder einer sogenannten milden kognitiven Beeinträchtigung (häufig die Vorstufe einer Demenz) aus. 148 von ihnen hatten eine sogenannte Schlaf-Apnoe: sie schnarchten so stark, dass nachts ihr Atem für längere Episoden aussetze. Doch nur etwa ein Drittel von ihnen (47) verwendete ein CPAP-Beatmungsgerät (CPAP für Continuous Positive Airway Pressure), das Patienten mit nächtlichen Atemaussetzern nachts mit genügend Sauerstoff versorgt.

 

Bei unbehandelter Schlaf-Apnoe setzt Demenz früher ein

Als die Wissenschaftler den Zeitpunkt der Demenz-Diagnose bei Patienten mit und ohne Schlaf-Apnoe verglichen, fiel auf: Litten Patienten mit einer milden kognitiven Beeinträchtigung zusätzlich an Schlaf-Apnoe, benutzten aber kein CPAP-Gerät, zeigten sie im Schnitt schon mit 73 erste Gedächtnisstörungen – hatten sie keine nächtlichen Atemaussetzer, setzten die Probleme erst mit knapp 84 Jahren ein. Bei Alzheimer-Patienten lagen fünf Jahre zwischen den durchschnittlichen Diagnose-Zeitpunkten (88 und 83).

Bei den Patienten jedoch, die ein nächtliches Beatmungsgerät verwendeten, zeigt sich den Forschern ein ganz anderes Bild: Sie zeigten die ersten Anzeichen der milden kognitiven Beeinträchtigung erst im Alter von 82 Jahren – also 9,5 Jahre später als bei den unbehandelten Schlaf-Apnoe-Patienten und nur wenig früher als bei Patienten ohne Atemaussetzer. Bei Alzheimer-Patienten zeigte sich dieser Effekt jedoch nicht.

Frühere Studien hatten bereits darauf hingewiesen, dass sich durch den Einsatz eines CPAP-Geräts Hirnschäden aufgrund von Sauerstoffmangel vorbeugen und sogar rückgängig machen lassen.

Hamburg, 18. Mai 2015

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