Kann meine Duftkerze mich umbringen?

Redaktion PraxisVITA
Duftkerzen und ein Fläschchen Duftöl
Viele Duftkerzen enthalten sogenannte Limonene – diese Duftstoffe können sich beim Kontakt mit der Luft in Formaldehyd verwandeln © Fotolia

Duftkerzen, Raumerfrischer, Reinigungsmittel – in unserem Haushalt tummeln sich viele Gegenstände, die gefährlich werden können, zeigt ein aktueller Versuch britischer Wissenschaftler.

Draußen weht kalter Winterwind, drinnen ist es kuschelig warm, Kerzen flackern und es duftet angenehm nach Zitrusfrüchten – eine schöne Vorstellung. Gerade im Winter stehen Duftkerzen hoch im Kurs, denn sie verleihen dem Raum eine gemütliche Atmosphäre und machen die Raumluft selbst dann erträglich, wenn nicht jede Stunde gelüftet wird. Doch laut einer Studie des National Centre for Atmospheric Science an der University of York setzen Duftkerzen Formaldehyd in der Luft frei – und dieser Stoff gilt als krebserregend. So belegt eine bereits 2004 durchgeführte Studie eine erhöhte Sterblichkeit durch Tumoren im Nasen-Rachenraum bei Arbeitern, die über mehrere Jahre Formaldehyd ausgesetzt waren.

 

Limonene verwandeln sich in Formaldehyd

Das Formaldehyd ist nicht direkt in den Duftkerzen enthalten. Stattdessen werden bei deren Herstellung häufig sogenannte Limonene eingesetzt – Aromen, die den Kerzen einen Duft nach Zitrusfrüchten oder frischem Holz verleihen. Sie kommen auch in Raumerfrischern und Reinigungsmitteln vor. Limonene sind nach aktueller Forschungslage nicht krebserregend – nur Allergikern können sie Probleme wie Hautreizungen, Kopfschmerzen und Übelkeit bereiten. Doch in ihrem Experiment fanden die britischen Forscher heraus, dass die Duftstoffe sich teilweise in Formaldehyd verwandeln, sobald sie mit der Raumluft in Kontakt kommen. Bei Analysen in sechs Haushalten stellte das Team um Professor Alastair Lewis bedenklich hohe Werte fest.

 

So schützen Sie sich vor Formaldehyd

Da bei Duftkerzen und Raumerfrischern keine Deklarierung der Inhaltsstoffe vorgeschrieben ist, ist der einzig sichere Weg, sich keine Limonene ins Haus zu holen, der kompletteVerzicht auf künstliche Raumbeduftung.

Wem das zu weit geht, der sollte nach jeder Benutzung die Wohnung gründlich lüften. Und es gibt eine weitere Möglichkeit, die Raumluft zu entgiften: Zimmerpflanzen. Laut Untersuchungen von Professor Lewis und Experten der BBC können unter anderem Lavendel, Efeu und Geranien die Konzentration von Formaldehyd in der Luft verringern.

Hamburg, 18. Januar 2016

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