Kann mein Hund eine Schizophrenie bekommen?

Trauriger Hund
Hunde können an Ängsten leiden – eine Schizophrenie können sie aber nicht entwickeln © Fotolia

Jeder 11. Deutsche leidet an einer psychischen Krankheit. Auch bei Tieren können diese Verhaltensauffälligkeiten auftreten – bis auf eine. Forscher haben jetzt die Ursache dafür gefunden.

Schizophrenie verändert die Persönlichkeit

Nicht nur Menschen leiden immer häufiger unter psychischen Erkrankungen, auch bei Tieren nehmen Depressionen, Zwangs- und Angststörungen zu. Doch eine psychische Erkrankung ist allein auf den Menschen beschränkt: Schizophrenie. In Deutschland leiden daran aktuell etwa 800.000 Menschen. Im akuten Krankheitsstadium treten eine Vielzahl von charakteristischen Störungen im Bereich von Wahrnehmung, Denken und Handeln auf. Häufig sind dann das sogenannte Stimmenhören sowie der Wahn, verfolgt, ausspioniert oder kontrolliert zu werden. Die Ursachen sind weitgehend unklar. Auffällig ist jedoch, dass Schizophrenie im Tierreich noch nie beobachtet wurde. Woher kommt diese Ausnahmestellung?

Der Nachteil unserer Intelligenz

Forscher um den Genetiker Joel Dudley von der Icahn School of Medicine at Mount Sinai in New York haben jetzt erstmals einen Zusammenhang von Schizophrenie und Intelligenz in einer Studie nachgewiesen. Sie sind sicher: schuld ist das Gehirn. Forscher haben ein Gen entdeckt, das gleichermaßen für die Intelligenz und die Schizophrenie beim Menschen verantwortlich zu sein scheint.

Die Wissenschaftler schildern im Journal „Molecular Biology and Evolution“, wie sie für ihre Studie kurze Abschnitte der DNA – sogenannte HARS (Human Accelerated Regions) – untersuchten, die sich sehr schnell und massiv veränderten, als sich der Mensch genetisch vom Affen abspaltete. Diese HARs befanden sich auffällig oft in direkter Nähe zu den Genen, die mitverantwortlich für die Entwicklung einer Schizophrenie sind und für die Weiterleitung des Botenstoffes GABA von einer Nervenzelle zur nächsten zuständig waren. Bei der Schizophrenie ist diese Weiterleitung unterbrochen. Die Folge sind typische Symptome wie Wahnvorstellungen oder Halluzinationen.

Schizophrenie kann sich nur im Menschengehirn entwickeln

Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass unser komplexes Gehirn Schizophrenie überhaupt erst ermöglicht. Das würde erklären, warum die für Schizophrenie typischen Charakteristika bislang ausschließlich beim Menschen festgestellt wurden.

Hamburg, 14. Juli 2015

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