Kann mein Gehirn eigentlich schrumpfen?

Baustelle Gehirn
Baustelle Gehirn: Forscher fanden etwas im Fisch, das unsere grauen Zellen wachsen lässt © Fotolia

Müdigkeit, Überanstrengung, Stress: Es gibt viele Gründe, wieso unser Gehirn in seiner Leistung nachlassen kann. Doch kann das Gehirn wirklich kleiner werden? Und was hätte das für Folgen? Praxisvita geht für Sie diesen Fragen nach.

Um die Frage gleich zu beantworten: Das Gehirn kann wirklich schrumpfen. Es mag beängstigend klingen, aber durch zu wenig geistig anregende Tätigkeiten, zu viele tägliche Rituale – die das Gehirn nicht fordern – und negativen Verhaltensweisen, wie Drogenmissbrauch, verliert unser Gehirn an Masse.

 

Was das Gehirn schrumpfen lässt

Traurigkeit ist ein kaum beachteter Grund für den Verlust von Gehirnmasse. Forscher der Universität von Yale fanden heraus, dass sich bei Menschen, die an depressiven Verstimmungen leiden, das Gehirn verkleinert. Eine Studie des Max Planck Instituts in Berlin dagegen zeigt, dass sich – in diesem Versuchsaufbau – vor allem bei Männern auch durch das Schauen von Pornofilmen die Anzahl der grauen Zellen im Gehirn verringert.

 

Werden wir dadurch dümmer?

Die Studien zeigen: Wenn die effektive Menge der grauen Zellen zusammenschrumpft, verringert sich auch die Leistungsfähigkeit des Gehirns. Das führt zu konkreten Einschränkungen, wie einem geminderten Gedächtnis- und Erinnerungsvermögen – das kreative, assoziative (übertragende) und komplexe Denkvermögen nimmt ab, wir können dann schlechter argumentieren, planen, Probleme lösen und so weiter.

 

So stoppen wir den Hirnschwund

Ein erster Weg, um einen Verlust an grauen Zellen zu verhindern, ist guter Schlaf. Eine aktuelle Studie der Universität von Oxford zeigt, dass es für den Erhalt des Gehirnvolumens förderlich ist, wenn man täglich mindestens sechs bis acht Stunden schläft. Umgekehrt sei nach Aussagen der Forscher Schlafmangel ein bedeutender Faktor für den Verlust von grauen Zellen.

 

Und kann ich mein Gehirn wieder vergrößern?

Auf jeden Fall. Im Grunde ist es vor allem wichtig, dass Sie dazu Ihr Gehirn einfach fordern. Ein guter Weg ist es z.B. eine neue Sprache zu erlernen. Wenn Ihnen das zu aufwendig ist, versuchen Sie es damit: Switchen Sie ab und zu Ihre Händigkeit. Sind Sie Rechtshänder, schreiben Sie einfach mal ein paar Zeilen mit links. Putzen Sie sich die Zähne oder essen Sie mit genau der Hand, die Sie dazu sonst nicht verwenden. Das Gehirn muss dadurch motorische Abläufe neu erlernen, was besonders effektiv ist, um das Gehirn wieder zu vergrößern.

 

Gehirn-Pusher Fisch

Außerdem können Sie einfach mehr Omega-3-Fettsäuren (Docosahexaensäure) zu sich nehmen. Das machen Sie am besten über die täglichen Mahlzeiten, denn z.B. Leinsamen, Walnüsse und verschiedene Speiseöle enthalten besonders viel davon. Sie können auch einfach einmal die Woche Fisch essen. Ihr Gehirn dankt es Ihnen, indem es größer wird – im Optimalfall um bis zu vier Prozent.

Ein weiterer Weg, das Gehirn auf Vordermann zu bringen, ist Sport. Körperliche Aktivität regt nachweislich den Wachstumsfaktor BDNF (Brain-Derived-Neurotrophic-Factor) an, der für den Aufbau von Gehirnzellen verantwortlich ist.

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