Kann man Krebs hören?

Krebs kann man hören
Forscher fanden heraus, dass Krebszellen anders klingen als gesunde Zellen © Fotolia

Wissenschaftler haben ein Verfahren entwickelt, mit dem der Klang einer Zelle wiedergegeben werden kann. Das zeigt eine aktuelle Studie aus Großbritannien. Die neue Technik soll bei der Entwicklung einer Krebsdiagnose helfen, die sehr genau ist und bei der keine Röntgenaufnahmen oder Gewebeentnahmen notwendig sind.

Die kürzlich veröffentlichte Studie der Birmingham City University und der University of Central Lancashire stellt ein revolutionäres Verfahren vor, bei dem Zellreaktionen in Geräusche umgewandelt werden. Mithilfe der sogenannten medizinischen Sonifikation werden bestimmte Zell-Daten von einem Computer in Audiosignale konvertiert. Das Prinzip ähnelt im Grunde der Umwandlung von Informationen in visuelle Darstellungsformen, wie beispielsweise Grafiken.

 

Kranke Zellen klingen anders als gesunde

Um überhaupt Daten über Zellen sammeln und in Audiosignale verwandeln zu können, nutzen die Forscher ein verbessertes Verfahren der bereits etablierten „Spektroskopie-Stammzellenanalyse“.

Konkret werden bei der gängigen Spektroskopie mit einem Laser Zellen verbrannt. Normalerweise wird diese kontrollierte Verbrennung von Zellgewebe visuell dargestellt, um z.B. die biochemische Zellreaktion auf den Laserkontakt darstellen und beurteilen zu können. Das neue Verfahren visualisiert dieses Verfahren nicht mehr wie üblich auf einem Bildschirm, sondern wandelt es in ein akustisches Signal um. Auf diese Weise verraten die Zellen den Forschern je nach Klang, ob sie an Krebs erkrankt sind oder nicht – denn Krebs-Zellen ‚klingen’ anders als gesunde.

 

Völlig neue Wege bei der Krebserkennung

Das neue Klang-Verfahren ist nach Aussagen der beteiligten Wissenschaftler schneller und genauer als bisherige Diagnosewerkzeuge. Zudem können größere Mengen an Daten verarbeitet werden.

Mithilfe des speziellen Audio-Diagnose-Werkzeugs kann so nicht nur eine Früherkennung von Krebs stattfinden, sondern auch z.B. nach einer Krebs-Operation genau festgestellt werden ob – und wenn ja wo – noch Krebszellen verblieben sind. Die Möglichkeit einer genauen Lokalisierung von Krebszellen ist für Mediziner ein besonders interessanter Faktor, da so gezielte Gegenmaßnahmen ergriffen werden können.

Hamburg, 30. Juli 2014

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