Kann man kranke Spermien heilen?

Unfruchtbare Männer können auf Nachwuchs hoffen. Verantwortlich dafür sind französische Wissenschaftler, die im Labor funktionsfähige Spermien gezüchtet haben – aus Urkeimzellen oder sogenannten Spermatogonien, also dem Gewebe, das bei Männern Spermien produziert.

 

Spermien aus dem Labor

Seit 15 Jahren versuchen Wissenschaftler künstlich Spermien zu schaffen. Am vergangenen Freitag berichtete die Biotech-Firma Kallistem von ihrem – sollte er sich als wahr erweisen – einzigartigem Erfolg: „Wir haben funktionierende menschliche Spermien in vitro gezüchtet. Die Ergebnisse bereiten den Weg für innovative Therapien, um männliche Fruchtbarkeit zu erhalten und wieder herzustellen“, schreibt die Firma in einer Pressemitteilung. Besonders wichtig sei dies, weil bei Männern auf der ganzen Welt die Zahl aktiver Spermien fällt.

Die Firma behauptet, dass sie mit der Methode jedes Jahr bis zu 50 000 Männern den Kinderwunsch erfüllen kann. In den kommenden zwei Jahren will sie klinische Studien starten, um zu zeigen, dass die Methode nicht nur im Labor, sondern auch beim Menschen funktioniert.

 

Experten bleiben skeptisch

Doch Experten bleiben skeptisch: „Das ist eine mutige Behauptung, die nicht das erste Mal aufgestellt wird – und früher konnte sie nicht bestätigt werden“, sagt Professor Allan Pacey von der Universität in Sheffield. „Bis ich eine Veröffentlichung in einer Fachzeitschrift mit Peer-Review-Verfahren sehe, bleibe ich skeptisch.“

Ähnlich sieht es auch Professor Israel Nisand, Mitgründer des europäischen Bioethics Forum. Doch er fügt an: „Sollte das stimmen, wäre es wirklich ein wissenschaftlicher Durchbruch von dem Tausende profitieren könnten.“

Hamburg, 12. Mai 2015

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