Kann man gleichzeitig weinen und Gänsehaut haben?

Tränendes Auge
Weinen und gleichzeitig Gänsehaut bekommen? Das geht! Forscher haben jetzt erstmals herausgefunden, wie die beiden emotionalen Reaktionen zusammenhängen © istock

Tränen der Trauer, der Rührung oder der Freude – außer körperlichem Schmerz existieren viele andere Situationen, die uns zum Weinen bringen können. Genau wie auch für Gänsehaut die Ursache nicht immer ein eisiger Wind ist, sondern auch Angst oder Ekel sein kann.

Die Tränendrüsen und somit also das emotionale Weinen – in der Fachsprache emotionale Lakrimation genannt – werden vom hemmenden parasympatischen Nervensystem beeinflusst. Die Gänsehaut – oder auch Piloerektion– hingegen, wird vom aktivierenden sympatischen Nervensystem reguliert.

Weinen und Gänsehaut – beides also Ausdrücke unseres Körpers, die auf starke emotionale Reaktionen hinweisen können und doch von gegensätzlichen Systemen gesteuert werden. Doch können diese beiden Reaktionen trotzdem zur gleichen Zeit auftreten? Und – wenn ja – was könnte das über die emotionale Ladung dieses Moments aussagen?

Forscher des Max-Planck-Instituts haben sich nun erstmals mit diesen Fragen befasst und Antworten gefunden. Hierfür zeigten sie 130 Probanden anregende Filmausschnitte, die die Teilnehmer im Voraus als emotional bewegend eingestuft hatten. Gemessen wurde dabei dann die körperlichen Erregung über die Atemfrequenz, Hautleitfähigkeit, Herzfrequenz, Mimik sowie natürlich über die Absonderung von Tränen und die piloerektile Erregung – die Gänsehaut.

Tatsächlich fanden die Forscher, dass Tränen und Gänsehaut dann gemeinsam auftraten, wenn ein emotionaler Höhepunkt erreicht wurde. Filmszenen, die es schafften, diese Reaktionen zeitgleich hervorzurufen, zeigten meist in Nahaufnahme Personen, die mitfühlendes Verhalten signalisierten, selber weinten und dabei von stimmungsvoller Musik begleitet wurden.

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