Kann man Alzheimer injizieren?

Spritze
Wird gesunden Mäusen ein Protein von Tieren mit einem Schädel-Hirn-Trauma injiziert, entwickeln sie Alzheimer-Symptome, zeigt eine aktuelle US-Studie © Alamy

Eine Spritze genügt, um bei Mäusen Symptome einer Alzheimer-Erkrankung hervorzurufen. Dieses Experiment brachte US-Forscher einem wichtigen Alzheimer-Auslöser auf die Spur.

Ein Schädel-Hirn-Trauma begünstigt die Entstehung von Alzheimer – das ist der Wissenschaft bereits seit Längerem bekannt. Doch warum ist das so? Eine aktuelle Studie der University of Texas ist bei der Klärung der Ursache jetzt einen entscheidenden Schritt vorangekommen.

 

Gehirnveränderungen wie bei Alzheimer

In früheren Studien hatten die Forscher aus Texas bereits herausgefunden, dass bei Patienten mit Schädel-Hirn-Trauma eine Veränderung im Gehirn zu beobachten ist, die die sogenannten TAU-Proteine betrifft. Diese Proteine sind für den Transport von Nährstoffen innerhalb von Nervenzellen verantwortlich. Nach einem Schädel-Hirn-Trauma können sich diese jedoch verformen und verklumpen. Dasselbe passiert auch bei Alzheimer – darum wollten die Forscher um Rakez Kayed in ihrer aktuellen Studie herausfinden, ob die TAU-Proteine an der Entstehung von Alzheimer nach einem Schädel-Hirn-Trauma beteiligt sind.

Dazu isolierten sie TAU-Proteine von Mäusen, die ein Schädel-Hirn-Trauma erlitten hatten und injizierten sie einer Gruppe von gesunden Mäusen, um zu sehen, ob sie Schäden davontragen würden. Und tatsächlich: Die Tiere zeigten die gleichen Gedächtnisprobleme wie sie bei Alzheimer-Patienten vorkommen.

Die Wissenschaftler wollen ihre Erkenntnisse für die Entwicklung von Medikamenten verwenden, die Alzheimer vorbeugen könnten.

Hamburg, 13. Januar 2016

Das könnte Sie auch interessieren
Themen
Copyright 2018 praxisvita.de. All rights reserved.