Kann Malaria Krebs heilen?

Ein Laborarbeiter beugt sich über ein Mikroskop
Eine neue Erkenntnis in der Malaria-Forschung half Wissenschaftlern bei der Entwicklung einer neuen Krebstherapie © Fotolia

Ein Team aus internationalen Wissenschaftlern beschäftigte sich mit der Tropenkrankheit Malaria – und machte dabei eine Entdeckung, die die Krebsforschung voranbringen könnte.

Schwangere Frauen sind besonders anfällig für Malaria. Warum das so ist, wollten dänische und kanadische Wissenschaftler in einer Studie herausfinden. Bei ihren Versuchen machten sie eine Entdeckung, die die Forschung auf einem ganz anderen Gebiet weiterbringen könnte – und zwar auf dem Gebiet der Krebstherapie. Die Studie wurde in dem Magazin „Cancer Cell“ veröffentlicht.

 

Gemeinsamkeit von Plazenta und Krebstumoren

Malaria wird durch sogenannte Plasmodien – einzellige Parasiten – ausgelöst, die bei einem Stich der Anopheles-Mücke übertragen werden können. Die Forscher stellten bei ihren Untersuchungen fest, dass diese Parasiten ein Protein namens „VAR2CSA“ produzieren, dass sich an ein bestimmtes Zuckermolekül in der Plazenta bindet.

Weitere Analysen zeigten, dass das gleiche Zuckermolekül auch in den meisten Krebszelltypen zu finden ist. Diese Entdeckung brachte die Wissenschaftler auf eine Idee: Wenn das Malaria-Protein sich bei schwangeren Frauen schnell einen Weg zur Plazenta bahnt, um zu den Zuckermolekülen zu gelangen, müsste dasselbe Prinzip auch bei Krebszellen funktionieren – damit wäre ein neues Transportmittel für Krebsmedikamente geschaffen, die so gezielt zum Tumor geleitet werden könnten.

 

Malaria-Protein transportiert Arzneimittel zum Tumor

Die Wissenschaftler taten sich mit einem kanadischen Pharma-Unternehmen zusammen, das Krebsmedikamente entwickelt, die gezielt Tumoren angreifen und gesundes Gewebe verschonen. Gemeinsam testeten sie, ob sich das Malaria-Protein eignet, diese Wirkstoffe zu den Tumorzellen zu transportieren. In Laborversuchen konnten so Tumoren in Gehirn, Eierstöcken, Bauchspeicheldrüse, Magen, Lunge, Blase, Haut, Prostata und Brust erfolgreich behandelt werden.

In Experimenten mit Mäusen bestätigte sich der Erfolg der Methode – bei den Tieren stoppte die Kombination aus Protein und Wirkstoff das Tumorwachstum und bewirkte einen Rückgang von Tumoren und Metastasen.

Die Wissenschaftler entwickeln ihre Wirkstoff-Kombination nun weiter, um im nächsten Schritt ihre Wirksamkeit bei Menschen zu überprüfen.

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