Kann Knoblauch vor Demenz schützen?

Redaktion PraxisVITA
Knoblauchzehe auf Brett
Ein bestimmter Stoff im Knoblauch soll die Hirnfunktion stärken und so vor Krankheiten wie Demenz und Alzheimer schützen © Fotolia

Eine Studie weist darauf hin, dass Knoblauch vor Demenz schützen kann. Eine gute Nachricht! Doch bevor man die Knolle jetzt täglich in großen Mengen verputzt, sollte man eine Kleinigkeit beachten.

Wenn ein Gemüse den Titel Superfood verdient, dann ist es Knoblauch. Jede seiner Zehen ist reich an Schwefelverbindungen, die ihm nicht nur seinen einzigartigen Geruch geben, sondern ihn auch zu einem Heilmittel für die unterschiedlichsten Probleme machen: Er hilft zum Beispiel bei Heiserkeit, Wechseljahresbeschwerden oder sogar Herzinfarkten. Eine neue Studie weist jetzt darauf hin, dass einer seiner Bestandteile, sogenanntes FruArg, vor altersbedingten Krankheiten wie Demenz schützt.

 

FruArg schützt das Gehirn vor Alterungsprozessen

In der Studie nutzten die Forscher Knoblauchextrakt, dass typischerweise einen hohen Anteil an FruArg aufweist. Die Forscher von der Universität Missouri konzentrierten sich in ihrer Untersuchung allein auf den Effekt, den dieser Stoff auf das Gehirn ausübt. Sie kamen dabei zu dem Schluss, dass FruArg Gehirnzellen vor Schäden durch eine übersteigerte Antwort des Immunsystems auf äußere Einflüsse wie Luftverschmutzung, Rauchen, Alkohol oder einfach nur den normalen Alterungsprozess schützt.

„Mikroglia sind Immuneffektorzellen des zentralen Nervensystems und dessen erste und wichtigste Verteidigungslinie“, sagt Studienleiter Zezong Gu. „Anders als andere Hirnzellen, die sich selten regenerieren, reagieren Mikroglia auf Entzündungen und Stressoren mit Zellteilung. Dadurch sind sie in der Lage in Richtung einer Verletzung zu wandern und die anderen Hirnzellen zu schützen.“ 

Gehirn
Knoblauch hilft dem Gehirn, schädlichen Substanzen zu widerstehen und es so vor neurologischen Krankheiten zu schützen© istock
 

Oxidativer Stress als Demenz-Auslöser

Doch ihre positive Wirkung kann sich schnell ins Negative wenden, da ein Nebenprodukt ihrer Zellteilung Stickstoffmonoxid ist. Ein freier Radikaler – und damit ein Verursacher von oxidativem Stress. Im Gehirn steht dieser im Verdacht, Krankheiten wie Demenz auszulösen. Und an dieser Stelle kommt FruArg ins Spiel, denn die Kohlenstoffverbindung bindet eben solche freien Radikalen.

 

Knoblauch schützt das Gehirn vor schädlichen Substanzen

In ihrer Studie haben Gu und sein Team Mikroglia zur Teilung angeregt. Als daraufhin die Stickstoffmonoxidkonzentration stieg, fügten sie FruArg hinzu. Die Werte des freien Radikalen fielen wieder und die Wissenschaftler konnten sogar noch einen weiteren Effekt beobachten: FruArg schien sogar die Produktion weiterer Antioxidantien anzuregen. „Dieser Versuch zeigt uns, wie Knoblauch dem Gehirn hilft, schädlichen Substanzen zu widerstehen und es so vor neurologischen Krankheiten schützt“, so Gu.

Der Versuch zeigt auf Zellebene, dass Knoblauch das Gehirn vor Demenz schützt. Wie viel Knoblauch man dazu essen muss, lässt sich aus der Studie aber nicht ableiten. Dafür müssen weitere Versuche folgen. Eins lässt sich dazu jedoch sagen: Laut einer Studie der Universität in Maryland sollte ein Erwachsener täglich nicht mehr als vier Knoblauchzehen essen.

Themen
Das könnte Sie auch interessieren
Copyright 2018 praxisvita.de. All rights reserved.