Kann Joghurt vor Vergiftungen schützen?

Joghurt
Wissenschaftler haben einen Joghurt entwickelt, der vor Vergiftungen durch Schwermetalle schützt © Fotolia

Die Belastung von Böden und Wasser mit giftigen Schwermetallen ist ein weltweites Phänomen. Die dadurch entstehenden gesundheitlichen Schäden betreffen vor allem Kinder und schwangere Frauen. Doch jetzt zeigen Forscher, wie sich jeder mithilfe von Joghurt schützen kann. Praxisvita hat für Sie die Fakten.

Wissenschaftler der Universität Ontario und haben nach einer Methode gesucht, Menschen weltweit vor der Boden- und Wasserbelastung durch Schwermetalle zu schützen. Das Ergebnis: ein Joghurt.

In ihrer aktuellen Studie – veröffentlich im Journal American Society for Microbiology – belegen sie, dass der von ihnen entwickelte probiotische Joghurt Vergiftungen mit Schwermetallen verhindern kann.

 

Bakterien mit besonderer Fähigkeit

Der Joghurt enthält Bakterien, die toxische Schmermetalle an sich binden können. Sie saugen die giftigen Stoffe im Körper auf und sorgen so dafür, dass sie über die Verdauung ausgeschieden werden.

Die Schutzwirkung des probiotischen Joghurts habe sich der Studie zufolge besonders effektiv gegen die Schwermetalle Quecksilber – schädigt das Seh- und Gedächtnisvermögen – sowie Arsen – schädigt das Nervensystem, führt zu Krebs und Atemlähmung – gezeigt. Diese werden häufig über belastetes Trinkwasser oder kontaminierte Nahrungsmittel aufgenommen werden. Zuletzt hatten in Deutschland aber Berichte für Aufsehen gesorgt, wonach auch Kinderspielzeuge solche Schwermetalle enthalten.

 

Schutz vor Entwicklungsschäden

Zudem verursachen nach Aussagen der Forscher Schwermetalle, die sich im menschlichen Körper ablagern, körperliche und geistige Entwicklungsstörungen. Ein Grund, weshalb vor allem Kinder, schwangere Frauen und deren Ungeborene durch die toxischen Stoffe in besonderem Maße gefährdet seien.

Deswegen setzen die an der Entwicklung des Joghurts beteiligten Mediziner nun auf die entgiftende Wirkung der Lactobacillus-Rhamnosus-Bakterien. Und tatsächlich zeigt die Studie, dass die Verabreichung zu einer „Verringerung der toxischen Verbindungen im Körper führt“, erklärt Studienautor Professor Gregor Reid.  

Der Joghurt soll in Zukunft dabei helfen, mit einfachen und preisgünstigen Mitteln für Menschen in armen Ländern mit schlechter Infrastruktur einen Schutz gegen die Vergiftung durch lebensgefährliche Metalle – wie beispielsweise Arsen oder Quecksilber – zu gewährleisten.

In Tansania, wo – besonders an den Ufern von Flüssen und Gewässern – große Mengen an toxischen Schwermetallen nachgewiesen sind, wurden probiotische Produkte mit dem neu entwickelten Bakterienstamm bereits in speziellen Joghurt-Küchen hergestellt und an Menschen ausgegeben. Erste Tests zeigen auch hier, dass der probiotische Schutz funktioniert.

Hamburg, 9. Oktober 2014

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