Kann ich mich im Winter schneller erkälten?

Eine Frau im Winter
Es ist eine alte Volksweisheit: Wer sich im Winter warm anzieht, ist besser vor Erkältungen geschützt. Ob das stimmt, haben US-Forscher jetzt untersucht © Shutterstock

„Zieh dich warm an, sonst erkältest du dich!“ Die Annahme, dass man sich bei kalten Temperaturen schneller erkältet, ist weit verbreitet, wurde bisher aber nie bewiesen. Jetzt sind US-amerikanische Forscher der Sache auf den Grund gegangen.

Wissenschaftler waren sich bislang sicher: Eine Erkältung entsteht dadurch, dass man sich ein Virus eingefangen hat, das sich in den Schleimhäuten von Nase und Rachen einnistet. Eine Studie der Universität Cardiff aus dem Jahr 2005 lieferte einen ersten Zusammenhang zwischen Kälteeinwirkung und Erkältungssymptomen.

In einer aktuellen Studie wollten Wissenschaftler der Universität Yale nun herausfinden, wie genau mit dem Erkältungsvirus infizierte Zellen auf Temperaturveränderungen reagieren und ob sich daraus der Schluss ziehen lässt, dass Wärme die Verbreitung eines Virus stoppen kann. Dazu untersuchten sie Zellen aus den Luftwegen von Mäusen im Labor.

Die Forscher infizierten die Zellen mit dem Erkältungsvirus und erwärmten sie auf 37 oder 33 Grad Celsius. Dann verglichen sie die Immunreaktion der Zellen auf das Virus. Das Ergebnis: Die Abwehrreaktion war bei auf 37 Grad erwärmten Zellen stärker als bei 33 Grad warmen Zellen. Dadurch konnte sich das Virus in der kühleren Umgebung leichter verbreiten als in der wärmeren.

 

Bei Kälte warm einpacken

Die Lösung des Rätsels liegt also in der Immunantwort der Zellen, nicht im Virus selbst. Das Fazit der Forscher: Je niedriger die Temperatur der Zelle, desto schwächer fällt ihre Immunreaktion aus. Wenn der Körper im Winter der Kälte ausgesetzt ist, kühlt er ab – und Viren haben es leichter, sich zu verbreiten. Der elterliche Ratschlag ist also richtig: Wenn es draußen kalt ist, schön warm einpacken – und am besten auch die Nase bedecken.

Die Wissenschaftler wollen nun auch untersuchen, wie Temperaturveränderungen die Immunantwort auf andere Erkrankungen, wie beispielsweise Asthma, beeinflussen.

Hamburg, 6. Januar 2015

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