Kann Fracking Asthma auslösen?

Asthma
Typische Symptome von Asthma sind Husten, pfeifender Atmung und Kurzatmigkeit. Auffallend viele Menschen in der Nähe von Fracking-Standorten leiden unter dieser Krankheit © Alamy

Verschmutzung des Grundwassers, erhöhte Erdbebengefahr: Die so genannte Fracking-Methode zur Erdgasgewinnung wird häufig aufgrund ihrer potentiellen Gefahren kritisiert. Neben der Umweltbelastung könnte Fracking allerdings auch gefährlich für die Gesundheit sein, wie eine aktuelle Studie belegt.

Hat Fracking Einfluss auf unsere Gesundheit? Die Möglichkeit besteht durchaus, wie Forscher jetzt herausfanden. Eine neue Studie in JAMA Internal Medicine, einer Fachzeitschrift der American Medical Association, wies nach, dass Fracking die Wahrscheinlichkeit, Asthma zu bekommen, erhöhen könnte.

Beim so genannten Hydrolic Fracturing, kurz „Fracking“, handelt es sich um eine Methode zur Erdgasgewinnung. Dabei wird in bis zu fünf Kilometer Tiefe horizontal in eine undurchlässige, gasführende Gesteinsschicht gebohrt. Anschließend wird mit Hochdruck ein Gemisch aus Wasser, Quarzsand oder Keramikkügelchen und diversen Chemikalien gepresst. Der Druck dieser Flüssigkeit sorgt dafür, dass das Gestein aufgesprengt und damit erdgasdurchlässig wird.

 

Zusammenhang zwischen Fracking und Asthma-Symptomen

In der Studie wurden Daten aus dem US-Bundesstaat Pennsylvania ausgewertet, in dem zwischen 2005 und 2012 mehr als 6200 Fracking-Brunnen gegraben wurden.  Untersucht wurden rund 35.000 Asthma-Patienten zwischen fünf und 90 Jahren. Die Forscher stellten fest, dass bei Menschen, die in der Nähe eines Fracking-Standortes wohnen, bis zu vier Mal häufiger eine Asthma-Erkrankung nachgewiesen werden konnte.

Bei Asthma handelt es sich um eine chronische, entzündliche Erkrankung der Atemwege. Die Erkrankung könnte durch die Luft- und Wasserverschmutzung, die durch Fracking verursacht wird, verstärkt werden, so Sara Rasmussen, Hauptautorin der Studie. Auch Stress, ausgelöst durch erhöhten Lärm an Fracking-Stellen, könnte für die Symptome mitverantwortlich sein.

Allerdings betonte Rasmussen auch, dass die Studie bislang noch nicht eindeutig klären konnte, welcher Teil des Fracking-Prozesses genau die Erkrankung auslöst oder verstärkt. Klar sei lediglich, dass es in der Nähe dieser Standorte einen deutlich erhöhten Anteil an Asthma-Patienten gebe. Dieser Zusammenhang stehe aber fest und müsse zukünftig Teil weiterer Untersuchungen werden.

 

Kann Fracking das Grundwasser vergiften?

Kritiker von Fracking weisen bereits seit Jahren auf die möglichen gesundheitlichen Gefahren der umstrittenen Methode hin. Hingewiesen wird vor allem auf Schwachstellen wie die Bohrlöcher. Diese werden nach dem Fracking mit Zement ausgekleidet, um zu verhindern, dass Gas oder Gift ins Trinkwasser gelangen.

Sind diese Bohrlöcher allerdings durchlässig, können Chemikalien und Methan ungehindert ins Trinkwasser und von dort in die Brunnen gelangen. Fracking-Unternehmen weigern sich, anzugeben, welche Chemikalien genau in die Gesteinsschichten gepumpt werden – und wie giftig diese tatsächlich sind.

Das könnte Sie auch interessieren
Themen
Copyright 2018 praxisvita.de. All rights reserved.