Kann Feinstaub einen Herzinfarkt auslösen?

Stephanie Pingel
Feinstaub
Eine neue Untersuchung belegt, dass Feinstaub von Ablagerungen in den Blutgefäßen gebunden wird und so Schlaganfälle und Herzinfarkte begünstigt © iStock

Forscher konnten in einer neuen Untersuchung erstmals belegen, dass sogenannter Feinstaub in den Blutkreislauf eindringt und Arterien verstopfen kann. PraxisVITA erklärt die gesundheitlichen Folgen.

Dass sogenannter Feinstaub gesundheitsgefährdend sein und beispielsweise Schlaganfälle und Herzerkrankungen begünstigen kann, ist nicht neu. Doch die genauen Gründe dafür waren bisher unklar. Forscher der University of Edinburgh konnten nun anhand einer neuen Untersuchung erstmals eine Erklärung dazu liefern: Demnach dringt der Feinstaub bis in die Blutgefäße vor, wird von den dort vorhandenen Ablagerungen gebunden begünstigt so das Verstopfen der Arterien.

 

Versuch mit ungefährlichen Goldpartikeln

Für den Test atmete eine Gruppe Testpersonen Luft ein, die mit harmlosen Goldpartikeln gefüllt war. Die im Gold enthaltenen Nanopartikel konnten bereits nach gerade einmal 15 Minuten im Blutkreislauf der Probanden nachgewiesen werden. Und sie verblieben dort viel länger, als die Forscher angenommen hatten: Noch drei Monate nach dem Test  waren die Partikel im Urin der Probanden nachweisbar. „Wir waren sehr überrascht darüber, dass wir nach drei Monaten immer noch eine hohe Konzentration der Nanopartikel im Urin gefunden haben“, erklärt studienautor Mark Miller. Die Gefahr, die die Forscher daraus ableiten: Während Goldpartikel harmlos sind, setzt sich Feinstaub aus einer Vielzahl giftiger Stoffe zusammen. Je länger sie im Körper bleiben, desto höher ist auch die Wahrscheinlichkeit für gesundheitliche Folgen.

„Wenn die Goldpartikel den Weg des Feinstaubs im Körper imitieren, dann sollte uns der heute immer höhere Ausstoß von winzigen Partikeln durch moderne Motoren große Sorgen machen“, kommentiert Professor Frank Kelly, der als Experte für Umweltgesundheit am King´s College in London lehrt, die Untersuchungsergebnisse. In einem nächsten Schritt wollen David Newby, Mark Miller und ihre Kollegen nun untersuchen, ob Goldpartikel – und damit auch Feinstaub – sogar ins Gehirn gelangen und welche gesundheitlichen Folgen das haben könnte.

© by WhatsBroadcast

Das könnte Sie auch interessieren
Themen
Copyright 2018 praxisvita.de. All rights reserved.