Kann eine neue Tablette die Chemotherapie ersetzen?

Tabletten gegen Krebs
Ein neues Medikament erzielt große Erfolge bei der Behandlung von Leukämie-Patienten © Fotolia

Ein neues Medikament wirkt bei einer bestimmten Form von Leukämie besser als eine Chemotherapie. PraxisVita erklärt die positiven Wirkungen des Präparats.

Ein neues Medikament mit dem Namen Imbruvica verbessert den Gesundheitszustand von Patienten mit Chronischer lymphatischer Leukämie (CLL) deutlich. Das ist das Ergebnis einer Studie, die im „New England Journal of Medicine“ veröffentlicht wurde. Die Forscher sind bei der Prüfung der Tablette gerade am Ende der zweiten Testphase. Dabei vergleichen sie die Wirkung von Imbruvica mit der bei Krebs häufig eingesetzten Chemotherapie-Tablette Chlorambucil. Ihr Fazit: Das Sterberisiko von CLL-Patienten sinkt durch die Behandlung mit Imbruvica im Vergleich mit Chlorambucil um 85 Prozent.

Für die Studie wurde bei 250 CLL-Patienten, die erstmalig auf diese Erkrankung behandelt wurden, Imbruvica eingesetzt. Die Teilnehmer waren alle älter als 65 Jahre. Eine Kontrollgruppe bekam parallel Chlorambucil verabreicht. Von den Patienten, die Imbruvica genommen hatten, starben während der Studienzeit drei an ihrer Erkrankung. Bei der Kontrollgruppe mit Chlorambucil verstarben 15 Personen.

 

Neues Medikament sorgte für die Rückbildung von Krebs

18 Monate nach der Behandlungsphase wurde der Krankheitsverlauf der Patienten erneut untersucht. Auch dabei wurden die Forscher positiv überrascht: Bei 86 Prozent der mit Imbruvica behandelten Personen hatte sich der Krebs deutlich zurückgebildet. Zwei Patienten hatten die Behandlung wegen anhaltendem Vorhofflimmern als Nebenwirkung zwar abbrechen müssen. Dennoch schnitt das neue Medikament im Vergleich gut ab: Bei Patienten, die Chlorambucil genommen hatten, war nur in 35 Prozent der Fälle eine klare Besserung der Krankheit eingetreten. Und 23 Prozent mussten die Behandlung mit der Chemotherapie-Tablette aufgrund von Nebenwirkungen abbrechen.

 

Das Ziel der Forscher: Eine schnelle Markteinführung

Aufgrund der guten Ergebnisse hoffen die Wissenschaftler, dass Imbruvica bereits 2016 in den Handel kommen kann. Die Entscheidung darüber soll Anfang des Jahres fallen. Bis dahin wollen die Forscher weitere Tests durchführen, um mögliche Nebenwirkungen wie das Vorhofflimmern zu minimieren.

Hamburg, 7. Dezember 2015

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