Kann ein Luftballon gegen den Paukenerguss helfen?

Redaktion PraxisVITA

Kinder haben häufig Ohrenschmerzen – und oft ist dafür ein sogenannter Paukenerguss verantwortlich. Forscher haben jetzt einen Weg gefunden, diesen ganz ohne Medikamente erfolgreich zu behandeln.

Ein sogenannter Paukenerguss – auch als Leimohr bekannt – ist eine Flüssigkeitsansammlung im Mittelohr. Er entsteht infolge einer Entzündung, wenn der Verbindungsgang zwischen Mittelohr und Rachen verstopft ist. Bei Kindern ist er besonders eng und daher so anfällig. Antibiotika, Steroide, abschwellende Mittel und Antihistaminika haben sich als unwirksam erwiesen. Aber Forscher der University of Southampton haben jetzt entdeckt, dass ein sogenannter Nasenballon den klebrigen Schleim lösen beim Paukenerguss kann.

 

Nasenballon erleichtert Belüftung der Paukenhöhle

Beim Nasenballon handelt es sich um einen herkömmlichen Luftballon und ein kleines Röhrchen. Beim Aufblasen des Ballons mit der Nase, lassen die kleinen Patienten die Luft in die Nase entweichen, während sie nebenbei einen Schluck Wasser trinken. Beim Schlucken dichtet der weiche Gaumen die Nasenhöhle gegen den Rachen ab. Die aus dem Ballon austretende Luft gelangt in die Paukenhöhle und drückt die dortige Flüssigkeit vom Paukenerguss in den Rachenraum. Der Ballon wird verschluckt und auf natürlichem Wege wieder ausgeschieden.

Paukenerguss
Gerade jüngere Kinder leiden häufiger an einem Paukenerguss© iStock
 

Nasenballon gegen den Paukenerguss

Insgesamt 320 Kinder mit Paukenerguss waren an dem Experiment beteiligt. Drei Mal am Tag kam der Nasenballon zum Einsatz. Die Bilanz der Wissenschaftler: Einen Monat später waren 47 Prozent der Kleinen von dem sogenannten Leimohr befreit.

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