Kann ein Gewürz Krebszellen in den Suizid treiben?

Kurkuma
Der gelbe Farbstoff in Kurkuma könnte künftig eine wichtige Rolle in der Behandlung von Darmkrebs spielen © Fotolia

US-amerikanische Forscher haben revolutionäre Fortschritte in der Bekämpfung von Darmkrebs gemacht. Welche Schlüsselrolle das Gewürz Kurkuma dabei spielt, erfahren Sie hier.

Studien haben bereits bewiesen, dass der Farbstoff Curcumin Darmkrebszellen dazu bringen kann, sich selbst zu zerstören.

Das Problem bestand bisher darin, den in dem Gewürz Kurkuma enthaltenen Stoff zum Tumor zu transportieren. Denn die sogenannte Bioverfügbarkeit von Curcumin ist sehr gering – das heißt, der menschliche Körper kann nur kleine Dosen davon aufnehmen und verwerten.

 

Transporter für Curcumin gefunden

Jetzt haben US-amerikanische Wissenschaftler einen Weg gefunden, um das Curcumin dahin zu bringen, wo es benötigt wird – und zwar mit sogenannten Exosomen, aus Pflanzen gewonnen Fettbläschen. Sie mischten die Exosomen in einer Zentrifuge mit Curcumin und gewannen so einen Schaum, der von den Darmzellen besser aufgenommen werden kann, so die Forscher.

In Versuchen am Menschen wird das Verfahren aktuell getestet. Dafür wird Darmkrebs-Patienten die Verbindung aus Curcumin und pflanzlichen Exosomen mündlich verabreicht. Eine Vergleichsgruppe nimmt reines Curcumin, eine zweite ein Placebo ein.

Sollte die Versuchsreihe Erfolge zeigen, wäre den Medizinern ein großer Durchbruch gelungen: Der pflanzliche Farbstoff könnte zur Behandlung von Darmkrebs eingesetzt werden – und das vollkommen frei von Nebenwirkungen und ohne Operation.

Hamburg, 16.09.2014

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