Kann diese Seife Malaria ausrotten?

Moctar Dembélé und Gérard Niyondiko entwickeln Seife
Moctar Dembélé und Gérard Niyondiko wollen mit ihrer Spezialseife Hunderttausende Menschenleben retten. © Vimeo-Screenshot

Zwei Studenten haben eine Seife entwickelt, die Malaria auf einfache Weise bekämpfen soll – und wollen so Hunderttausende Menschenleben retten.

In vielen Ländern Afrikas und Südamerikas ist die Tropenkrankheit Malaria noch immer eine lebensbedrohliche Seuche. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) fordert die Krankheit weltweit jährlich knapp eine Million Todesopfer, etwa die Hälfte davon sind Kleinkinder. 90 Prozent der rund 300 Millionen Erkrankten leben in Afrika. Da dort Insektenschutzmittel häufig unerschwinglich und in vielen ländlichen Gegenden gar nicht verfügbar sind, gibt es kaum eine Möglichkeit, sich vor Anopheles, der malariaübertragenden Stechmücke, zu schützen. Zwei junge Erfinder aus Burkina Faso und Burundi haben der Krankheit nun den Kampf angesagt. Ihre Waffe ist ein simpler, preiswerter Alltagsgegenstand, mit dem die meisten Afrikaner sowieso in den Tag starten: Seife. Die von den Studenten Moctar Dembélé und Gérard Niyondiko entwickelte Spezialseife nennt sich Faso Soap und soll Mücken für bis zu sechs Stunden nach ihrer Verwendung abhalten. Die Seife wird komplett ohne chemisch-synthetische Zusätze hergestellt. Sie besteht aus dem regionalen Rohstoff Shea-Butter und verschiedenen natürlichen Ölen. Diese hinterlassen einen Duft auf der Haut, welcher Moskitos abwehren soll. Die Seife schützt nicht nur die Haut vor der Anopheles-Mücke. Auch das Waschwasser, das in vielen Regionen Afrikas aufgrund der Wasserknappheit aufgehoben wird, hält die Stechmücken davon ab, das Wasser als Brutstätte zu nutzen. 

In einem auf Vimeo veröffentlichten Video erklärt Moctar Dembélé die Hintergründe der Idee: „Wir wollten eine einfache Lösung schaffen. Jeder Afrikaner benutzt Seife, selbst in den ärmsten Gebieten. Faso-Soap setzt keine Veränderung der alltäglichen Gewohnheiten voraus.“

FASO SOAP GSVC Pitch Video from Check-in films on Vimeo.

 

Regional, günstig und vielversprechend

Mit ihrer Erfindung haben Dembélé und Niyondiko bereits für viel Aufsehen gesorgt. Vor kurzem wurde ihnen der mit 25.000 US-Dollar dotierte Preis der Global Social Venture Competition (GSVC) verliehen. Damit waren sie das erste nicht-amerikanische Team, das den von der Berkeley-Universität ins Leben gerufenen Gründer-Preis gewann. Mit ihrer Faso-Soap setzten sie sich gegen 650 Konkurrenten durch. Niyondiko ist von seiner Erfindung überzeugt: „Unsere Seife erfüllt den Wunsch nach Sauberkeit und schützt die Bevölkerung vor Malaria – und das ohne Extrakosten“. Für die Zukunft haben er und sein Team große Pläne: „Unser Ziel ist es, dass unsere Seife in großen Mengen in Subsahara-Afrika und anderen von Malaria betroffen Teilen der Welt, verteilt wird“. Als Hauptpartner sehen sie Nicht-Regierungsorganisationen (NGOs): Nach unserem Sieg in Berkeley wollten sehr viele NGOs mit uns Partnerschaften eingehen und unsere Seife in zahlreichen Gebieten verteilen, sogar außerhalb von Afrika.“ Bis 2018 soll „Fasoap“, wie die Seife abgekürzt genannt wird, über 100.000 Leben pro Jahr retten. Ihre Erfindung soll langfristig nicht nur die Malaria ausrotten, sondern erfüllt die beiden Studenten auch mit Zuversicht: „Wir sind voller Freude und stolz, nicht nur auf uns, sondern auch auf Afrika allgemein“, erklärt Niyondiko.

© by WhatsBroadcast

Hamburg, 19. Mai 2016

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