Kann diese Decke meine Ängste besiegen?

Das Gewicht der Decke sollte individuell auf Basis der Größe und des Gewichts des Nutzers gewählt werden
Das Gewicht der Decke sollte individuell auf Basis der Größe und des Gewichts des Nutzers gewählt werden © iStock

Angstgefühle, Sorgen oder innere Unruhe gehören für viele Menschen zum alltäglichen Leben. Eine beschwerte Decke soll es schaffen, diesen Empfindungen entgegenzuwirken.

In Zeiten von Stress, großen Entscheidungen oder Veränderungen im Leben kennt wohl jeder die unangenehmen Gedanken und Gefühle, die einem häufig auch noch den Schlaf rauben. Schlafmangel wiederum fördert laut Studien das Angstempfinden zusätzlich und kann sogar zu einer behandlungsbedürftigen Angst-Störung führen. Liegt eine Angst-Störung vor, führen diese Symptome bei Betroffenen zu starkem Leiden oder einer Beeinträchtigung wichtiger Bereiche ihres Lebens. Um solche Beschwerden zu lindern, gibt es inzwischen viele Möglichkeiten. Neben verschiedenen Therapieformen (zum Beispiel einer Verhaltenstherapie) und Medikamenten eröffnet die sogenannte „beschwerte Decke“ eine Möglichkeit sich zuhause auch ganz einfach selber zu helfen.

 

Was genau ist eine beschwerte Decke?

Hierbei handelt es sich um Decken, die innen mit gut verteiltem Gewicht gefüttert ist. Sie ist entwickelt worden, um warm zu halten, so wie andere Decken auch,  soll aber einen zusätzlichen Zweck erfüllen: Durch den leichten Druck den sie ausübt, fühlt sich der unter ihr Liegende als würde er umarmt werden. Dieses Gefühl hat eine positive Auswirkung auf die Stimmung von Menschen.

 

Wie funktioniert die beschwerte Decke?

Die Decke kann demnach viele gesunde Mechanismen unseres Körpers auslösen. Umarmen zwei Menschen sich, wird das Hormon Oxytocin freigesetzt. Dieses hilft dabei, den Blutdruck  und den Puls zu senken und führt zu einem Entspannungsgefühl. Die Beschaffenheit der Decke soll durch die Wärme und das Gewicht ebendieses Umarmen imitieren.

Andere Forschungsergebnisse belegen, dass der Druck auf bestimmte Körperareale zur Freisetzung bestimmter Stoffe im Hirn führt. Dazu gehört unter anderem Serotonin, dass zur Stressreduktion sowie zur Stimmungsverbesserung beiträgt.
Mit der Produktion dieses Stoffes ist auch das Hormon Melatonin verbunden. Es reguliert den Schlaf-Wach-Rhythmus und fördert das Einschlafen. So soll die gemütlich-schwere Decke ein Gefühl von Sicherheit und Wärme liefern und zu einem entspannten, schlaffördernden Zustand verhelfen.

Ursprünglich wurden die beschwerten Decken für die Behandlung von Angst-Symptomen bei Autismus-Patienten entwickelt. Da die Nutzung, unter Beachtung der Warnhinweise (wie etwa welches Deckengewicht für wen geeignet ist), keine Risiken birgt, findet die Decke inzwischen auch unter gesunden Menschen immer mehr Nutzer.

Im Internet sind die Decken ab Preisen von etwa 100 Euro zu erwerben. Dort findet man allerdings auch viele Anleitungen um sie selbst herzustellen.

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