Kanada: Impfskeptiker verliert Sorgerecht für 12-jährigen Sohn

Ohne Immunschutz kein Sorgerecht: Ein Mann muss vorübergehend auf den Umgang mit seinem Sohn verzichten, weil er nicht gegen Corona geimpft ist. Das Urteil ist zeitlich begrenzt, bis sich der Mann impfen lässt.

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Ein ungeimpfter Mann in Québec, Kanada, hat das Sorgerecht für seinen Sohn vorübergehend verloren. Der Grund sorgt für Aufsehen: Das Gericht warf dem Vater vor, eine Gesundheitsgefahr für den 12-Jährigen und dessen Mitmenschen darzustellen, weil er sich nicht gegen Corona impfen lassen will. 

Sorgerecht entzogen: Impfskeptiker vor Gericht

Laut der kanadischen Tageszeitung "Le Devoir" begründete das zuständige Gericht in Québec seine Entscheidung damit, dass es grundsätzlich zwar im "besten Interesse" des Kindes sei, Kontakt zu seinem Vater zu haben. Allerdings nicht, wenn dieser "nicht geimpft ist und im gegenwärtigen epidemiologischen Kontext Hygienemaßnahmen ablehnt".

Die Mutter des Jungen hatte vor Gericht über ihren Exmann ausgesagt und diesen als "Verschwörungstheoretiker" und "Impfgegner" bezeichnet. Zusätzlich habe das Gericht ermitteln können, dass der Vater sich im Internet "gegen Impfungen und Gesundheitsmaßnahmen ausspricht".

Ungeimpfter Vater als Gefahr für die Gesundheit der Kinder

In das Urteil des kanadischen Richters floß die Wohnsituation des 12-Jährigen ein. Der Junge lebt mit seiner Mutter, seinem Stiefvater und zwei Geschwistern im Alter von sieben Monaten und vier Jahren zusammen. Da in Kanada die Corona-Impfung erst ab fünf Jahren zugelassen ist, sind die Kinder ungeimpft.

"Unter diesen Umständen ist es nicht im Interesse eines der drei Kinder", dass der Vater "zum jetzigen Zeitpunkt" Kontakt zu seinem Sohn hat, betonte der Richter. Zu hoch sei das Risiko, dass sich der 12-Jährige bei seinem Vater mit Corona ansteckt.

Kanadische Regierung mit harten Maßnahmen gegen Impfgegner

Seit Aufkommen der Omikron-Variante zieht das Infektionsgeschehen in Québec stark an, auch die Krankenhauseinweisungen gehen nach oben. Zwar sind mehr als 90 Prozent der Erwachsenen in der Provinz geimpft, dennoch hat die Regierung jüngst beschlossen, härter gegen Impfskeptiker und -verweigerer vorzugehen.

Der aktuelle Fall war aufgekommen, weil der Vater vor Weihnachten eine Verlängerung des Sorgerechts beantragt hatte. Nun ist das Sorgerecht vorläufig bis Februar aufgehoben. Bis dahin hat der Mann Zeit, sich gegen Corona impfen zu lassen, um seinen Sohn wiederzusehen.