Kampf dem Bauchspeicheldrüsenkrebs

Tumor an der Bauchspeicheldrüse
Vor der Operation wird eine Chemo- und Strahlentherapie eingesetzt, um den Tumor der Bauchspeicheldrüse zu verkleinern. Anschließend wird er entfernt © Fotolia

Forscher wollen die Überlebenschancen der Patienten, die an Bauchspeicheldrüsenkrebs erkrankt sind, erhöhen. Jetzt endlich lassen neue Therapien hoffen. Bestrahlung und Chemotherapie sollen dabei noch vor der Operation erfolgen.

Sie wird auch das vergessene Organ genannt: die Bauchspeicheldrüse. Zum einen versteckt sie sich ganz hinten in unserem Bauchraum. Zum anderen fehlen ihr leider alle "Frühwarnsysteme", die Alarm schlagen, wenn etwas nicht in Ordnung ist. Ganz im Gegensatz zum Magen, der bei Überlastung schnell "grummelt", hält sich die Bauchspeicheldrüse lange zurück.

Meist macht sie erst auf sich aufmerksam, wenn die Krebserkrankung (Fachsprache: Pankreaskarzinom) schon fortgeschritten ist.

Tipp: Auf eine Gelbfärbung der Haut achten, dies kann ein erstes Anzeichen sein.

 

Neue Krebstherapie

Privatdozent Dr. Dr. P. E. Huber vom Deutschen Krebsforschungszentrum, Heidelberg: "Nur in 10 Prozent der Fälle lässt sich ein Tumor der Bauchspeicheldrüse vollständig entfernen. Wenn er zu groß oder mit den Blutgefäßen zu sehr verwachsen ist, können wir jetzt vor der Operation eine Chemo- plus Strahlentherapie einsetzen. Damit versuchen wir, den Tumor zu verkleinern, damit er anschließend entfernt werden kann."

 

Neue Ergebnisse bei Bauchspeicheldrüsenkrebs

Gleich nach der OP sollte eine Chemotherapie eingesetzt werden. "Das erhöht die Heilungschancen bei Bauchspeicheldrüsenkrebs um 10 Prozent", berichtet Prof. Dr. P. Neuhaus, Direktor für Allgemeinchirurgie an der Charité Berlin: "Das wird in Zukunft die neue Standardbehandlung sein!"

 

Was bringt die Zukunft für Bauchspeicheldrüsenkrebs-Patienten?

Privatdozent Dr. Dr. P. E. Huber: "Ich setze auf eine Dreifachkombination in der Krebstherapie. Das sind Chemo- und Strahlentherapie plus Hemmstoffe, die eine Blutversorgung des Tumors verhindern und ihn damit aushungern. Übrigens: 2006 wurde dazu eine Studie mit Bauchspeicheldrüsenkrebs-Patienten im Universitätsklinikum Heidelberg durchgeführt."

Aufgabe der Bauchspeicheldrüse ist es, die Enzyme in unserer Nahrung aufzuspalten, der Körper nimmt die Nährstoffe so besser auf. Bei Verdauungsproblemen sorgt ein einfacher Stuhltest für Klarheit, ob genügend Verdauungsenzyme produziert werden. "Sonst gleichen verschreibungsfreie Pankreas-Enzyme in Form von Mikropellets den Mangel aus", so Prof. Dr. W. Uhl vom Pankreaszentrum, Bochum.

Tipp: Die Nahrung immer gut zerkauen, damit können Sie Ihre Bauchspeicheldrüse entlasten!

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