Kamille - natürliche Hilfe bei Entzündungen

Die Blüten der Kamille wirken entzündungshemmend, antimikrobiell und krampflösend. Sie lindert so Verdauungsbeschwerden, Entzündungen oder Erkältungen.

Kamille hilft bei Grippe
Altbewährt und immer wieder gut: Kamille wirkt desinfizierend und antibakteriell und lindert als Tee die Entzündung der Atemwege – am besten mit dem lauwarmem Tee gurgeln. Gut wirksam sind ihre Inhaltsstoffe auch beim Inhalieren, was zudem die Schleimhäute befeuchtet. Hierfür einen Aufguss aus 2 EL Kamille auf 500 ml kochendem Wasser verwenden.© Fotolia
 

Kamille: Anwendung und Heilwirkung

Definition Kamille

Botanische Bezeichnung: Matricaria chamomilla, Matricaria recutita Familie: Korbblütler (Asteraceae) Gattung: Kamillen (Matricaria) Art: Echte Kamille

Die Blüten der Kamille dienen als pflanzliches Arzneimittel mit entzündungshemmender, antimikrobieller und krampflösender Wirkung. Sie wird innerlich und äußerlich unter anderem angewendet bei Verdauungsbeschwerden, bei Entzündungen der Haut und der Schleimhäute und bei Erkältungskrankheiten. Die Wirkstoffe regen den Hautstoffwechsel an, sind entzündungshemmend, fördern die Wundheilung, sind antibakteriell und sollen bakterielle Toxine hemmen.

Weitere Anwendungsbereiche sind desinfizierende Spülungen im Anal- und Genitalbereich. Die typische Anwendung erfolgt in Form von Tee (innerlich) und Tinktur (äußerlich). Fertigarzneimittel enthalten meist einen Flüssig- oder Trockenextrakt aus den Kamillenblüten.

 

In der Kamille enthaltene Wirkstoffe

Ätherisches Öl mit minus-alpha-Bisabolol, Bisabololoxid A, B und Bisabolonoxid, beta-Farnesen, Matricin (nach Wasserdampfdestillation Chamazulen); Flavonoide, wie Apigenin- und Luteolin-7-O-glucosid; Cumarine wie Herniarin und Umbelliferon sowie in größerer Menge Schleimstoffe.

 

Verbreitung

Die Heimat der Kamille ist Ost- und Südeuropa sowie Vorderasien. Inzwischen erfolgt ihr Anbau jedoch in ganz Europa und Nordamerika und selbst in Australien.

 

Botanik

Kamillenbad hilft bei starken Bauchkrämpfen
Quälen Sie starke Bauchkrämpfe? Probieren Sie mal einen Kamillen-Wickel. Bereiten Sie einen Sud aus 12 Esslöffeln getrockneter Kamillen-Blüten und einem Liter kochendem Wasser© Fotolia

Die Kamille ist eine mit einem bis zu 55 Zentimetern hohen, kahlen Stängel versehene einjährige Ackerpflanze. Ihre Laubblätter sind zwei- bis dreifach gefiedert. Blütezeit ist von Mai bis September. Die Blütenköpfe der Kamille sind etwa 20 Zentimeter breit und werden aus goldgelben, fünfzahnigen Scheibenblüten und ca. 15 weißen Zungenblüten gebildet. Bei voller Blüte sind Letztere zurückgeschlagen. Die Kamillenblüten verströmen einen angenehm aromatischen Duft, wenn man sie zerreibt.

 

Andere Namen für die Kamille

Echte Kamille, Moderkrud, Mägdeblume

Wissenswertes über Kamille

In frühen Kulturen und Religionen galt die Kamille als Sinnbild der Sonne. So wie die alten Ägypter die Pflanze dem Sonnengott Ra weihten, taten es ihnen ein paar tausend Jahre später die Germanen nach: Die Kamille war Sinnbild des Lichtgottes Baldur. Fast ebenso lang sind die heilenden Kräfte der Kamille bekannt und im Gebrauch. Die Anwendung geht mittlerweile weit über die Kräuterheilkunde hinaus. Dank der hautpflegenden Eigenschaften enthalten auch viele Kosmetika Kamille als Zusatz.

Die Kamille war im Jahr 2002 Deutschlands Heilpflanze des Jahres (Heilkräuterfreunde Deutschlands).

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