Kalkschulter: Was ist das und wie wird sie behandelt?

Redaktion PraxisVITA
Frau mit schmerzender Schulter
Bei einer Kalkschulter entstehen Kalkablagerungen in und auf den Schultersehnen. Wir erläutern Behandlungsmöglichkeiten © Fotolia

Die Schulter ist das einzige Gelenk des Körpers, das nicht von Knochen, sondern Bändern und Muskeln gehalten wird. Dadurch ist es zwar sehr beweglich, aber auch besonders anfällig für Verletzungen und Verschleiß. Eine mögliche Folge: Es entsteht eine Kalkschulter. Praxisvita erklärt, wie eine Kalkschulter behandelt wird.

 

Kalkschulter: Betroffene können den Arm kaum heben

Erst schmerzt sie nur gelegentlich. Dann werden die Beschwerden so stark, dass man den betroffenen Arm kaum noch bewegen kann. Die Diagnose: Kalkschulter (Tendinosis calcarea). Dabei kommt es zu Kalkansammlungen in und auf den Schultersehnen, die sich dadurch schmerzhaft entzünden können. Mit der richtigen Behandlung lässt sich eine Operation in den meisten Fällen umgehen.

 
Frau mit Schulterschmerzen
Bei einer Kalkschulter muss man sich nicht gleich operieren lassen: Auch eine sanfte Behandlung kann die Beschwerden lindern© Fotolia
 

Kalkschulter: Sanfte Behandlungen ratsam

Schmerzen lindern: Bis zum vollständigen Ausheilen einer Kalkschulter können drei bis sechs Monate vergehen. Das Problem: Während dieser Zeit nehmen Patienten häufig eine Schonhaltung ein, um Schmerzen durch die Kalkschulter zu vermeiden. Wird das Gelenk jedoch nicht ausreichend bewegt, kann es zu dauerhaften Blockaden kommen. Ziel jeder Behandlung ist es deshalb zunächst, akute Schmerzen zu lindern und Verklebungen durch sanfte Krankengymnastik zu lösen.

Entzündung hemmen: Leichte Beschwerden im Schultergelenk lassen sich gut durch Salben behandeln. Bei hartnäckigen Entzündungen helfen dagegen eher kortisonhaltige Präparate, die direkt in die Schulter gespritzt werden. Dort hemmt das Kortison nicht nur die Entzündung, sondern trägt auch dazu bei, dass Kalk-Depots aufgelöst werden. Bei Bedarf kann die Behandlung mit einem Abstand von einigen Wochen bis zu dreimal wiederholt werden. Die durch die Kalkschulter verursachten Beschwerden sollten so nach und nach zurückgehen.

 

Kalkschulter: Wie sinnvoll ist die Stoßwellentherapie?

Stoßwellentherapie: Stoßwellen sind kurze, mechanisch-akustische Wellen, die direkt in die Schulter gelenkt werden. Sie können Verkalkungen zertrümmern und wirken entzündungshemmend. Behandelt wird unter örtlicher Betäubung.

 

Operation: Die letzte Möglichkeit ist eine minimal-invasive OP: Bei örtlicher Betäubung wird eine Nadel durch eine kleine Öffnung in das Schultergelenk eingeführt. Der Chirurg kerbt die Sehne dabei längs ein und saugt den Kalk ab. Der Schnitt heilt danach von selbst. Nach dem Eingriff ist Krankengymnastik nötig, um die Mobilität des Schultergelenks wieder herzustellen.

 

Kalkschulter: Wie kann man vorbeugen?

Wissenschaftler vermuten, dass mangelnde Durchblutung des Gelenks die Entstehung einer Kalkschulter begünstigt. Zur Vorbeugung eignen sich einfache Übungen: Nehmen Sie mehrmals am Tag eine volle Wasserflasche in die Hand, lassen Sie den Arm hängen und pendeln ihn gleichmäßig nach vorne und nach hinten. Ebenso gut sind Dehnübungen: Dafür seitlich zur Wand stellen, die Hand dagegen drücken und mit der entsprechenden Schulter in die gleiche Richtung zur Wand hin drücken. Etwa 30 Sekunden halten, dann wechseln. Die Übung sollte dreimal wiederholt werden. Zusätzlich kann eine magnesiumreiche Ernährung (zum Beispiel mit Nüssen und Vollkorn) vor Ablagerungen schützen.

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