Kalium bichromicum: Homöopathie bei Infekten und Bindegewebsschwäche

Michael van den Heuvel Medizin- und Wissenschaftsjournalist

Übergewicht, ein schlaffes Bindegewebe, hartnäckige grippale Infekte oder Entzündungen sind in der klassischen Homöopathie typische Anwendungsgebiete für Kalium bichromicum. Das Präparat eignet sich gleichermaßen für die Behandlung von Babys, Kindern und Erwachsenen.

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Was ist Kalium bichromicum?

Das orangerote Salz Kaliumdichromat (Kalium bichromicum) kommt in der Natur nicht vor, sondern wird künstlich erzeugt. Es wurde früher bei der Herstellung von Leder und Farbstoffen eingesetzt, ist aber wegen seiner Giftigkeit heute aus der Industrie nahezu verschwunden.

In die Homöopathie wurde Kalium bichromicum vom englischen Arzt Dr. John J. Drysdale eingeführt. Er leitete aus Vergiftungssymptomen eine Anwendung für verschiedene Krankheitsbilder und Beschwerden ab. Homöopathische Präparate enthalten das Salz in stark verdünnter (potenzierter) Form. 

Blüten der Heilpflanze Galphimia glauca
Globuli Galphimia glauca: Homöopathischer Wirkstoff bei Heuschnupfen

 

Bei welchen Beschwerden wird Kalium bichromicum angewandt?

Heilpraktiker setzen Kalium bichromicum bei mehreren Krankheiten und Beschwerden ein, etwa bei der Neigung zu Übergewicht und bei einem schwachen Bindegewebe. Chronische Erkältungen mit Entzündung der Bronchien (Bronchitis) beziehungsweise der Nasennebenhöhlen (Sinusitis) sind weitere Beschwerden, welche für eine Behandlung mit dem homöopathischen Präparat sprechen. Die Patienten leiden oft an dickflüssigem, fadenziehendem Schleim. 

Zu den typischen Symptomen, bei denen man Kalium bichromicum einsetzen kann, zählen auch Verdauungsbeschwerden, Entzündungen oder Geschwüre im Magen-Darm-Trakt.

 

Kalium bichromicum: Welche Dosierung und Anwendung werden empfohlen?

Kalium bichromicum wird meistens in Form von Globuli (Streukügelchen) eingenommen. Es gibt aber auch Tabletten und Tropfen mit dem Wirkstoff. Für die Selbstbehandlung eignen sich die Potenzen D6 bis D12. Fünf Tropfen, eine Tablette oder fünf Globuli sollten maximal sechsmal pro Tag eingenommen werden. Mindestens eine halbe Stunde sollte zwischen den einzelnen Gaben liegen. Für eine bessere Aufnahme der Wirkstoffe sollte man die Globuli langsam im Mund zergehen lassen.

 

Kalium bichromicum: Was gilt für die Anwendung bei Baby & Kind?

Heilpraktiker empfehlen Kalium bichromicum unabhängig vom Alter. Als mögliche Anwendungsgebiete bei Babys und Kleinkindern gelten fiebrige Infekte, bei denen es in der Folge zu schmerzhaften Mittelohr- oder Nasennebenhöhlenentzündungen kommen kann. Säuglinge bis zum zwölften Monat bekommen ein Streukügelchen pro Gabe. Babys bis zum dritten Jahr bekommen zwei Globuli und Kleinkinder drei Globuli.

Bei ernsten Infekten sollte aber immer ein Kinderarzt hinzugezogen werden.

Frau mit Pillendose in der Hand
Globuli Blasenentzündung und Homöopathie: Welche Mittel helfen?

Hinweis: Die spezifische Wirksamkeit von Homöopathie wird in der Wissenschaft diskutiert. Dennoch ist Homöopathie als sanfte Heilmethode sehr beliebt.

Quellen:
Homöopathische und anthroposophische Arzneimittel in: Bundesinstut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM)Quellen:

Eisele, M. (2013) Homöopathie: Der einfache Weg zum richtigen Mittel. Deutscher Apotheker Verlag, Stuttgart

Eisele, M. et al. (2020): Homöopathie für die Kitteltasche. Indikations- und wirkstoffbezogene Beratungsempfehlungen. Deutscher Apotheker Verlag, Stuttgart

Wiesenauer, M. & Berger, R. (2010): Homöopathie-Beratung. Empfehlungen für die Patientenbetreuung. Deutscher Apotheker Verlag, Stuttgart

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