Kakerlaken bekämpfen in 4 Schritten

Redaktion PraxisVITA

Kakerlaken in der Wohnung – allein die Vorstellung löst bei den meisten Menschen schon Ekel aus. Was tun, wenn es tatsächlich zu einem Befall gekommen ist? Wie lassen sich Kakerlaken bekämpfen?

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Kakerlaken kommen nicht etwa aufgrund unzureichender Hygiene „von selbst“ in die Wohnung. Sie werden immer von draußen eingeschleppt – etwa mit gebrauchten Obstkisten aus dem Supermarkt oder als Urlaubsmitbringsel; oder sie schlüpfen durch Ritzen und altes Mauerwerk aus benachbarten Häusern (etwa aus Lokalitäten mit Großküchen) in die Wohnung. Doch wie kann man im Ernstfall die Kakerlaken bekämpfen?

 

Kakerlaken in der Wohnung: Ist das gefährlich?

Hierzulande ist ein Befall mit Kakerlaken relativ selten, kann aber durchaus vorkommen. Dabei handelt es sich am häufigsten um die „deutsche Schabe“, die mit 13 - 16 mm Körperlänge im Vergleich zu ihren amerikanischen Artgenossen relativ klein ist.

Schaben in der Wohnung können tatsächlich ein Gesundheitsrisiko darstellen. Denn sie verschmutzen Oberflächen und Lebensmittel und können dabei etwa Salmonellen, Schimmelsporen und theoretisch sogar Erkrankungen wie Tuberkulose, Hepatitis B oder Typhus übertragen.

Darum ist es wichtig, aktiv zu werden, sobald der Verdacht eines Schabenbefalls besteht.

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Schaben bekämpfen in 4 Schritten

Wer den Verdacht hat, Kakerlaken in der Wohnung zu haben, sollte bei der Bekämpfung der Schädlinge strategisch vorgehen.

 

1. Befall feststellen

Wenn der Verdacht besteht, dass sich in der Wohnung Kakerlaken herumtreiben, muss zunächst einmal überprüft werden, ob die Vermutung begründet ist. Das ist auf den ersten Blick gar nicht so leicht zu sagen: Denn Schaben sind nachtaktiv und verstecken sich tagsüber in Ritzen und Schlupfwinkeln – in der Regel bekommen die Bewohner:innen die Insekten gar nicht zu Gesicht.

Wird eine Kakerlake tagsüber in der Wohnung gesichtet, ist der Befall in der Regel schon sehr stark und in diesem Fall sollte sofort eine Kammerjäger:in gerufen werden. Doch es gibt weitere Hinweise auf einen Schabenbefall, die Bewohner:innen hellhörig machen sollten:

  • Herumliegende „Hüllen“: In ihrer Entwicklung zur ausgewachsenen Schabe häuten sich die Kakerlaken mehrmals. Der „Abfall“ diese Aktion ist eine leicht durchsichtige Hülle, die häufig in der Nähe der Schabennester liegen bleibt. Solche alten Häute sind ein untrügliches Anzeichen eines Schabenbefalls.  
  • Kotspuren: Wenn Spuren von Krümeln wie Kaffeepulver in der Wohnung auftauchen (auf Flächen, an Wänden oder in Lebensmittelverpackungen), kann es sich um den Kot von Kakerlaken handeln.
  • Schabeneier: In der Nähe der Schabennester befinden sich häufig kleine „Päckchen“ mit Eiern der Kakerlaken. Diese Päckchen sind etwa halb so groß wie eine Kaffeebohne.
  • Penetranter Geruch: In manchen Fällen können die Bewohner:innen die für Menschen unangenehmen Duftstoffe riechen, über die die Insekten miteinander kommunizieren.
  • Beschädigte Lebensmittelverpackungen: Durch Verpackungen aus Papier können sich die Tiere durchfressen. Beschädigte Lebensmittelbehältnisse können darum ebenso auf einen Kakerlakenbefall hinweisen.

Treten einer oder mehrere dieser Hinweise auf einen Kakerlakenbefall auf, kann der Verdacht mit Klebefallen aus dem Handel überprüft werden – darin gefangene Tiere sollten luftdicht verpackt im Restmüll entsorgt werden.

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2. Von einem Profi beraten lassen

Die Giftstoffe zur Kakerlakenbekämpfung sind mitunter gesundheitsgefährdend. Wer Kakerlaken loswerden möchte, sollte dies darum nicht in Eigenregie tun, sondern sich im Vorfeld zumindest von einem Profi beraten lassen.

Dieser kann genaue Angaben zur Dosierung der Giftstoffe machen und dazu, welche Köder beispielsweise am besten aufgestellt werden sollten.  

Vorsicht vor Betrug!

Unter den Kammerjäger:innen gibt es schwarze Schafe – Bewohner:innen zahlen hohe Beträge, ohne die Schädlinge tatsächlich loszuwerden. Seriöse Anbieter listet der Deutsche Schädlingsbekämpfer Verband auf seiner Website auf.

 

3. Kakerlaken bekämpfen mit Gift

Als nächstes geht es den Insekten an den Kragen: Die Kammerjäger:in oder die Bewohner:innen legen Köderdosen oder spezielle Gels in der Nähe der Schaben-Unterschlüpfe aus. Alle offenen oder angeknabberten Lebensmittelverpackungen sollten umgehend entsorgt werden.

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4. Kontrolle: War die Kakerlakenbekämpfung erfolgreich?

Direkt nach der Bekämpfung und nach einigen (drei bis zwölf) Wochen werden erneut Klebefallen ausgelegt, um den Erfolg der Maßnahmen zu kontrollieren. Landen immer noch Tiere in den Fallen, muss erneut Gift ausgelegt werden.

 

Küchenschaben bekämpfen mit Hausmitteln: Funktioniert das?

Es gibt Hausmittel, die wegen ihres bei den Insekten unbeliebten Geruchs gegen Kakerlaken helfen sollen, dazu gehören:

  • Eine Essig-Pfeffermischung
  • Katzenminze
  • Lorbeerblätter

Allerdings können diese Hausmittel höchstens dazu beitragen, dass die Insekten in einen anderen Raum vertrieben werden. Bei einem Schabenbefall sollte auf die Vernichtung der Tiere gesetzt werden – mit Hausmitteln funktioniert das nicht.

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Schaben in der Wohnung vorbeugen: Geht das?

Zwar kann man mit Hygiene Kakerlaken nicht wirklich vorbeugen – die Insekten sind sehr genügsam und kommen auch mit einem sehr geringen Nahrungsangebot zurecht. Um sie „auszuhungern“ müsste stets jeder einzelne Krümel sofort entfernt werden – auch in Ritzen und hinter Möbeln.

Allerdings: Wer noch nicht sicher ist, dass nach einem Schabenbefall keine Insekten mehr in der Wohnung sind, sollte stets alle Lebensmittel fest beispielsweise in Plastikverpackungen verschließen.

Wer zusätzlich darauf achtet, Krümel, Soßenflecken und anderen Schmutz immer sofort zu beseitigen und keinen offenen Lebensmittelmüll herumstehen zu lassen, schützt sich auch vor anderem Ungeziefer in der Küche wie beispielsweise Lebensmittelmotten oder Silberfischen.

Können Kakerlaken etwa aus benachbarten Restaurants durch Ritzen in die Wohnung gelangen, sollten diese Ritzen wenn möglich gründlich verschlossen werden – das ist in diesem Fall vermutlich die sicherste Methode, einem Befall vorzubeugen.

Bewohner:innen sollten sich bei einem Schabenbefall aber immer vor Augen führen: Der Grund dafür ist keine mangelnde Hygiene; ein solcher Befall kann jeden treffen. Und niemand braucht sich scheuen, sich beim Kakerlaken bekämpfen Hilfe zu suchen.

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