Kaffee besser als Medikamente?

Verena Elson
Eine Frau trinkt Kaffee
Regelmäßiges Kaffeetrinken schützt vor Leberzirrhose, zeigt eine britische Studie. Frühere Untersuchungen belegen außerdem, dass er die Gefäßgesundheit fördert, das Gedächtnis stärkt und außerdem Diabetes und verschiedenen Krebsarten vorbeugen kann © Fotolia

Kaffeetrinker erkranken seltener an einem bestimmten gefährlichen Leiden, zeigt eine aktuelle Studie. Dieser Schutzeffekt ist sogar besser als der mancher Medikamente.

Wer regelmäßig Kaffee trinkt, hat ein geringeres Risiko, eine Leberzirrhose zu entwickeln. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Metastudie der University of Southampton. Die britischen Wissenschaftler werteten Daten von fast einer halbe Millionen Erwachsenen aus sechs Ländern aus. Dabei interessierten sie sich besonders für den Kaffeekonsum der Frauen und Männer und dafür, wer von ihnen eine Leberzirrhose entwickelte. Bei dieser Erkrankung verändert sich das Gewebe der Leber zunehmend und die Leber schrumpft bis hin zu einem möglichen Leberversagen.

Dabei stellten sie fest: Je mehr Kaffee die Studienteilnehmer tranken, desto seltener erkrankten sie an Leberzirrhose. Schon eine Tasse pro Tag hat demnach einen Schutzeffekt – sie verringert das Risiko um rund ein Viertel. Zwei Tassen Kaffee täglich senken die Wahrscheinlichkeit, zu erkranken, um etwa die Hälfte und vier Tassen sogar um rund zwei Drittel. 

Die Studie kann nicht beweisen, dass der Kaffee für das verringerte Risiko einer Leberzirrhose verantwortlich ist. Doch ein Zusammenhang ist durchaus plausibel: Experimente mit Mäusen zeigten, dass Koffein die Tiere vor den krankhaften Veränderungen des Lebergewebes schützen konnte. Zudem vermuten die Studienleiter, dass neben dem Koffein andere im Kaffee enthaltene Stoffe antientzündlich wirken und so die Leber schützen. 

 

Bessere Wirksamkeit als Statine

Um die Schutzwirkung des Kaffees zu veranschaulichen, ziehen die Autoren einen interessanten Vergleich: „Eine Therapie mit Statinen reduziert das Risiko kardiovaskulärer Erkrankungen um 25 Prozent“, heißt es in der Studie. Statine sind Cholesterinsenker, die Risikopatienten vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen bewahren sollen. Schon zwei Tassen Kaffee pro Tag schützen demnach deutlich besser vor Leberzirrhose als Statine vor Herzerkrankungen. Dazu betonen die Autoren die gute Verträglichkeit von Kaffee als „Medikament“: „Anders als viele Medikamente wird Kaffee generell gut vertragen und hat ein herausragendes Sicherheitsprofil.“

Hamburg, 4. Februar 2016

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