Kälteallergie: Nur im Sommer darf sie nach draußen

Redaktion PraxisVITA
Kälteallergie zwingt Frauen in der Wohnung zu bleiben
So gern würde die Frührentnerin in die Natur. Doch ihre Kälteallergie zwingt Sandra die meiste Zeit des Jahres, in ihrer Wohnung zu bleiben © Fotolia

Es regnet. Sehnsüchtig schaut Sandra Scholze aus dem Fenster. So gern würde sie mal rausgehen. Nur für ein paar Stunden. Doch das kühle Wetter hindert sie. Sie darf ihre Wohnung nur im Sommer verlassen – wenn es richtig warm ist. Denn eine seltene Kälteallergie quält Sandra.

Die 44-Jährige leidet unter einer Kälteallergie ("Kälte-Urtikaria"), einer seltenen Form der Nesselsucht. Fallen die Temperaturen unter 27 Grad oder berührt sie einen kalten Gegenstand, wird ihr eigener Körper zum Feind.

 

Bei Kälteallergie bilden sich Quaddeln

Quaddeln bilden sich auf ihrer Haut, das Herz rast und das Atmen wird zum Ringen nach Luft. Nicht einmal Wäsche aufhängen kann Sandra Scholze ohne allergische Reaktion. Seit zwölf Jahren sperren sie die Temperaturen in ihre Wohnung ein! "Ich lebe eingepfercht wie ein Tier und alles nur wegen der Kälteallergie", sagt die Frührentnerin traurig. Ihren Beruf als Friseurin musste sie aufgeben. Auch die Ehe mit ihrem Mann ist infolge der Kälteallergie gescheitert. "Es geht mir oft sehr schlecht", gibt sie offen zu.

 

Depressionen und Schlafstörungen durch Kälteallergie

Depressionen und Schlafstörungen quälen sie. Den Kontakt zur "Welt da draußen" hält sie hauptsächlich per Telefon. Ihr größter Halt jedoch ist ihr geblieben: Sohn Kevin (18). Ihm zuliebe möchte sie die Heimat nicht verlassen. Eine Chance auf Heilung der Kälteallergie gibt es in Göttingen jedoch nicht. Gern würde sie deshalb auf die Kanarischen Inseln auswandern. "Endlich spazieren gehen, den milden Wind auf der Haut spüren, einfach leben." Doch im Moment bleibt Sandra nur der Blick aus dem Fenster und die Hoffnung auf einen langen Sommer.

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