Junge Raucher haben erhöhtes Herzinfarkt-Risiko

Malte Hill

Fast jeder weiß es: Rauchen erhöht das Risiko für einen Herzinfarkt deutlich. Wie eine neue Studie zeigt, gilt das besonders für junge Raucher unter 50 Jahren. Diese haben demnach ein bis zu achtfach höheres Risiko, einen Herzinfarkt zu erleiden, als ältere Raucher.

Rauchen ist eine der größten Gesundheitssünden: Wer raucht, riskiert nicht nur Lungenkrebs und weiterer Krebsarten, sondern zusätzlich noch eine ganze Reihe anderer lebensbedrohlicher Erkrankungen. Dazu zählt neben Schlaganfall und COPD auch der Herzinfarkt. Bisher ging man davon aus, dass sich mit steigendem Alter und sogenannten „Pack Years“ auch das Risiko dafür vergrößerte, eine oder gleiche mehrere dieser Erkrankungen zu erleiden, meist mit tödlichem Ausgang. Wie eine neue Studie nun ergeben hat, sind aber zumindest beim Herzinfarkt gerade jüngere Raucher weitaus mehr gefährdet als bisher angenommen.

 

Ex-Raucher und Nichtraucher im Vorteil

In der britischen Studie am South Yorkshire Cardiothoracic Center wurden 1.727 Erwachsene mit einbezogen, die sich in der Rehabilitation nach einem schweren Herzinfarkt, dem sogenannten STEMI, befanden. Knapp die Hälfte von ihnen waren zur Zeit der Untersuchung Raucher, 27 Prozent Ex-Raucher und immerhin noch ein Viertel bestand aus lebenslangen Nichtrauchern. Die Forscher glichen diese Daten mit weiteren statistischen Bevölkerungsdaten des Distrikts South Yorkshire ab und bekamen ein eindeutiges Ergebnis: Die Raucher besaßen eine 3-fach höhere Wahrscheinlichkeit für einen schweren Herzinfarkt als die Ex-Raucher und Nichtraucher. Ebenfalls dreimal so hoch war bei Rauchern das Risiko für periphere Gefäßerkrankungen. Was die Forscher jedoch besonders ungewöhnlich fanden, war ein erhöhtes Herzinfarkt-Risiko besonders bei jüngeren Rauchern.

 

Junge Raucher: 8,5-fach erhöhtes Risiko für Herzinfarkt

Das höchste Risiko für einen schweren Herzinfarkt besaßen ausgerechnet jene Raucher, die jünger als 50 Jahre waren. Ihr Risiko war bis zu 8,5-fach höher als das der Ex-Raucher und Nichtraucher. Das Risiko, so zeigte sich, verringerte sich umgekehrt zum Alter: Je älter, desto geringer. So war zum Beispiel das Risiko bei erwachsenen Rauchern im Alter von 50–65 Jahren bis zu fünffach höher als das der Kontrollgruppe, während es bei 65-jährigen Rauchern nur noch dreimal so hoch war.

 

VIDEO: Das passiert im Körper, wenn man aufhört zu rauchen

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