Jucken im Ohr – Ursachen und Behandlung

Michelle Kröger

Wenn es im Ohr unangenehm juckt, verleitet uns das häufig dazu, den Juckreiz mit den Fingern oder einem Wattestäbchen zu stillen. Doch Gegenstände in den Gehörgang einzuführen, das ist keine gute Idee. Es besteht das Risiko, das Innere des Ohres zu verletzen – und in den meisten Fällen verschwindet das Jucken im Ohr auch nur kurzzeitig. Oftmals ist eine Infektion die Ursache des Juckreizes.

Frau hält ihr Ohrläppchen fest
Ein juckendes Ohr kann auf eine Entzündung hinweisen Foto:  iStock/AH86
Inhalt
  1. Welche Ursachen können juckende Ohren haben?
  2. Was kann ich selbst gegen juckende Ohren tun?
  3. Jucken im Ohr – wann zum Arzt?
 

Welche Ursachen können juckende Ohren haben?

Ohrjucken – darunter versteht man einen temporären oder chronischen Juckreiz im Gehörgang. Häufig steckt eine Infektion hinter dem Jucken, etwa eine Gehörgangsentzündung (auch: Otitis externa), ausgelöst durch eine übertriebene oder falsche Ohrhygiene.

Doch auch andere Ursachen sind möglich:

  • Gehörgangsentzündung: Eine Entzündung des äußeren Gehörganges entsteht meistens durch eine Mischinfektion mit Bakterien und Pilzen. Dabei kann auch das Trommelfell beteiligt sein. Doch sie kann auch allergischer Natur sein. Allergieauslösend können in diesem Fall etwa Shampoos, Haarsprays, Seifen, Lotionen oder auch antibiotikahaltige Ohrentropfen wirken. Eine Gehörgangsentzündung äußert sich zunächst durch Jucken im Ohr sowie durch Ohrendruck. Hinzu kommen manchmal noch Ohrenschmerzen (beim Kauen oder an der Ohrmuschel), Fieber, Ausfluss aus dem Ohr, Schwellung im Gehörgang sowie Hörprobleme.
  • Allergien: Auch saisonale Allergien wie beispielsweise Heuschnupfen können Ohrenjucken auslösen, häufiger kommt es jedoch zur laufenden Nase, Niesreiz und Juckreiz der Schleimhäute und Haut.
  • Wenig Ohrenschmalz: Einige Menschen haben von Natur aus zu wenig Ohrenschmalz, weshalb sie häufiger unter Ohrenjucken leiden.
  • Entzündliche Hauterkrankungen: Ekzeme, Schuppenflechten oder Neurodermitis können unter anderem auch den Gehörgang oder die Ohrmuschel betreffen und Ohrjucken bewirken.

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Was kann ich selbst gegen juckende Ohren tun?

  • Ohrenreinigung: Bohren verboten – sei es mit dem Finger oder mit dem Wattestäbchen. Reinigen Sie Ihre Ohren nicht zu stark, übertriebene Ohrhygiene kann die Haut in den Ohren austrocknen und Bakterien und Pilze haben es leichter einzudringen. Sie brauchen Ihre Ohren normalerweise nicht reinigen, das Ohrenschmalz sowie die feinen Flimmerhärchen befördern Schmutz, abgestorbene Hautschüppchen sowie überschüssigen Ohrenschmalz von ganz allein nach draußen. Es reicht, wenn Sie ab und zu mit einem feuchten Tuch sanft die Ohrmuschel auswischen. Lassen Sie auch die Finger von Wattestäbchen, mit ihnen schieben Sie Schmutz nur weiter in den Gehörgang und es kann sich einsogenannter Pfropf bilden. Außerdem können Sie durch Wattestäbchen die sensible Haut des Gehörganges verletzen.
  • Diabetiker: Wenn Sie Diabetiker sind und Ihr Blutzuckerspiegel schlecht eingestellt ist, sollten Sie unbedingt darauf achten, es bei der Ohrenhygiene nicht zu sehr zu übertreiben. Denn kleinere Verletzungen im Gehörgang können unbemerkt bleiben und schneller Infektionen auslösen. Tipp: Ohrenschmalz als Diabetiker regelmäßig vom HNO-Arzt entfernen lassen.
  • Schwimmbad und Co.: Auch Badewasser oder Shampoo können zu Juckreiz in den Ohren führen. In einem solchen Fall sollten Sie Ihre Gehörgänge vor dem Schwimmen, Duschen oder Baden mit wasserabweisender Watte abdichten.
  • Kälte statt Wärme: Kälte kann bei einer Gehörgangsentzündung angenehmer wirken als Wärme. Wirksam kann in Alkohol getränkte Watte sein, die in die Ohrmuschel eingebracht wird. Auch ein in ein Baumwolltuch gehüllter Eisbeutel kann auf das Ohr gelegt werden.

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Jucken im Ohr – wann zum Arzt?

Sobald zusätzlich zum Jucken im Ohr auch noch weitere Beschwerden auftreten (z.B. Ohrenschmerzen, Sekretbildung, Hörprobleme) oder der Juckreiz länger andauert oder sich im Verlauf steigert, sollten Sie einen Hals-Nasen-Ohren-Arzt aufsuchen. Dieser wird Sie näher zu Beschwerden, Krankheiten oder Allergien befragen und Ihre Ohren sorgfältig untersuchen. Unter Umständen kann der HNO-Arzt noch weitere Untersuchungen durchführen. Ein Abstrich kann eventuell vorhandene Erreger infolge einer bakteriellen Infektion nachweisen. Allergietests können zusätzlich Aufschluss geben. Wenn eine Erkrankung die Ursache des Juckreizes in den Ohren ist, sollte diese wirksam behandelt werden. Bei einer Allergie können entsprechende Allergie-Medikamente wie Antihistaminika helfen. Sollte eine Gehörgangsinfektion vorliegen, so müssen die Ohren erst einmal gründlich gereinigt werden. Hinterher erhält der Patient dann zum Beispiel Antibiotika (bei Bakterien) oder Antimykotika (bei Pilzen). Bei Diabetiker kann eine Gehörgangsentzündung komplizierter ausfallen. In diesem Fall kann sogar eine Operation notwendig werden.

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