Johnson & Johnson Nebenwirkung: Seltenes Syndrom bestätigt!

Der Impfstoff von Johnson & Johnson (J&J) birgt das Risiko einer weiteren Nebenwirkung, die auch schon bei einem anderen Vakzin festgestellt wurde. Das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) warnt bei Johnson & Johnson jetzt vor diesen Nebenwirkungen. Die Hintergründe.

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Der Corona-Impfstoff Johnson & Johnson erhält erneut einen Warnhinweis für eine weitere Nebenwirkung. Zuvor hatte bereits die amerikanische Gesundheitsbehörde FDA eine seltene Nervenkrankheit als Nebenwirkung bei J&J angegeben.

Johnson & Johnson: Paul-Ehrlich-Institut warnt vor neuer Nebenwirkung

Komplikationen, die im Zusammenhang einer Corona-Schutzimpfung stehen, werden in der Regel dem Paul-Ehrlich-Institut (PEI) durch die Impflinge selbst oder einen Mediziner gemeldet. So kann das Institut evaluieren und bei Bestätigung des Verdachts neue Nebenwirkungen im sogenannten "Roten Handbrief" mit aufnehmen. Dieser gibt an, worauf die Fachkräfte vor der Verabreichung des gewünschten Impfstoffs hinweisen müssen.

Im Falle des Vakzins der Firma Janssen (Johnson & Johnson) wurde nun eine weitere Nebenwirkung mitaufgenommen, die zuvor bereits bei dem Vakzin von AstraZeneca beobachtet wurde. Auch bei J&J kann es in "sehr seltenen Fällen" zu Komplikationen kommen bei Patient:innen, die in der Vergangeneheit ein Kapillarlecksyndrom entwickelt haben.

Seltenes Syndrom als Impfnebenwirkung bei J&J: Auf diese Symptome sollten Sie achten

Menschen, die früher einmal am Kapillarlecksyndrom litten, sollten nach Einschätzung des Paul-Ehrlich-Instituts nicht mit dem Impfstoff von Johnson & Johnson immunisiert werden. Das Syndrom kann zu Wassereinlagerungen (Ödemen) führen und durch die Durchlässigkeit der Kapillargefäße kann Plasma austreten, welches das Zwischengewebe befällt. Das Kapillarlecksyndrom, auch Clarkson-Syndrom genannt, kann durch Schwellungen und Blutdrucksenkung sogar bis zum Tod führen. Allerdings: Es ist bisher weltweit erst bei 500 Patient:innen aufgetreten.

Betroffene sollten nach einer Impfung durch J&J auf diese Symptome achten:

  •  Schwellung der Arme und Beine
  • Schwächegefühl
  • Plötzliche Gewichtszunahme

Die Nebenwirkungen wurden in den ersten Tagen nach der Verabreichung des Impfstoffs beobachtet. Es bedarf einer unmittelbaren Behandlung.

Johnson & Johnson: US-Behörde warnt vor seltenen Symptomen

Vor einer weiteren, sehr seltenen Nebenwirkung bei Johnson & Johnson warnte unlängst auch die amerikanische Gesundheitsbehörde FDA. Nachdem es im Frühjahr die Meldung gab, dass auch der Impfstoff von Johnson & Johnson vor allem bei jüngeren Frauen zu Blutgerinnseln führen kann, warnte die US-Behörde nun: Vereinzelt kann nach der Impfung eine seltene Nervenkrankheit auftreten – das Guillain-Barré-Syndrom.

100 Betroffene durch Folgeerscheinung nach J&J-Impfung

Medien-Berichten zufolge erkrankten rund 100 Personen nach der Impfung mit dem Vakzin Janssen (Johnson & Johnson) am Guillain-Barré-Syndrom. Dabei handelt es sich um eine Nervenkrankheit, die Symptome wie Muskelschwäche und Lähmungen zeigen kann. In den meisten Fällen gehen diese Erscheinungen jedoch wieder vorüber. Auch eine Grippe-Impfung kann diese Immunsystemkrankheit auslösen. Die USA zählen jährlich zwischen 3.000 und 6.000 Personen, die am Guillain-Barré-Syndrom erkranken.

In den Vereinigten Staaten sind knapp 13 Millionen Menschen mit dem Vakzin des Herstellers Johnson & Johnson geimpft worden. 100 Fälle des Guillain-Barré-Syndroms scheinen da nicht viel – ein Erkrankter ist allerdings nach der Impfung an der Nervenkrankheit verstorben. Die US-Aufsichtsbehörde FDA hat nun beschlossen, dass ein neuer Warnhinweis auf den Beipackzetteln erscheinen soll.

Die meisten Fälle von Guillain-Barré-Syndrom bei Männern

Den Meldungen zufolge ist der überwiegende Teil der 100 Erkrankten männlich. Viele von ihnen haben die 50 bereits überschritten. Erst das Risiko für Blutgerinnsel bei eher jüngeren Frauen – jetzt die Gefahr des Guillain-Barré-Syndroms für etwas ältere Männer: Diese Meldungen werden zur Verunsicherung der Impfwilligen beitragen.

Trotz Warnhinweis: Impfvorteile überwiegen die Risiken bei J&J

Dabei bietet das Vakzin trotz der sehr selten auftretenden Folgeschäden einen sicheren Schutz:

  • Es wirkt zu 66,9 Prozent gegen eine Erkrankung an COVID-19.
  • Es schützt zu 85,4 Prozent vor schweren Verläufen.

Und ein weiterer großer Vorteil: Mit Janssen muss man nur einmal geimpft werden und hat nach 14 Tagen den vollen Impfschutz erreicht. Dennoch dürfte der neue Warnhinweis wegen der Nervenkrankheit für Johnson & Johnson ein Rückschlag sein.

Der Corona-Impfstoff des Herstellers Janssen birgt zwar eine gewisse Gefahr, an seltenen Nebenwirkungen wie das Kapillarleck- oder das Guillain-Barré-Syndrom zu erkranken – solange jedoch den Behörden die Nebenwirkungen durch die Corona-Impfung von Johnson & Johnson jedoch bekannt sind, können Impfwillige davor gewarnt werden und selbst entscheiden, welches Risiko sie eingehen.