Joggen im Winter

Redaktion PraxisVITA

Kalt! Dunkel! Müde! Im Winter ist es noch schwieriger, den Schweinehund nach draußen zu locken. Wir verraten Ihnen, warum Joggen im Winter so gesund ist, wie Sie Ihr Training clever verkürzen können und dabei dennoch ordentlich Kalorien verbrauchen.

Joggen im Winter ist ein Kalorien-Killer!

Die allerbeste Nachricht gleich mal zu Beginn: Im Winter verbrennen Sie beim Joggen mehr Kalorien als im Sommer. Warum? „Der Körper muss mehr Energie aufbringen, um seine Normaltemperatur von 36 bis 37 Grad zu halten“, erklärt Laufprofi Bianca Meyer.

Dafür sorgt unter anderem unser braunes Fett. Wir haben nicht nur weißes Fettgewebe im Körper, das uns dick werden lässt, indem es Energie speichert. Vor ein paar Jahren haben Forscher braunes Fettgewebe in unserem Organismus entdeckt. Dieses kann Energiereserven bei Bedarf in Wärme umwandeln. Verbrennt also gespeichertes Fett, wenn wir frieren.

Ursprünglich ging man davon aus, dass nur Neugeborene braunes Fettgewebe besitzen: Da sie schnell auskühlen und ihre Muskulatur nicht zittern kann, um Wärme zu erzeugen, ist das braune Fett für sie lebenswichtig. Niederländische Forscher konnten nun nicht nur nachweisen, dass auch Erwachsene braunes Fett besitzen. Sondern auch, dass dessen Anteil sich erhöht, wenn wir uns regelmäßig niedrigen Temperaturen aussetzen. Das heißt: Frieren macht schlank!

Die Länge und Frequenz Ihrer Joggingeinheiten im Winter können Sie also dank dieser Erkenntnisse getrost ein wenig runterschrauben. Zwar nutzen Profis die kalte Jahreszeit, um ihre Grundlagenausdauer durch Dauerläufe zu verbessern: Circa dreimal pro Woche werden dann in langsamem Tempo Strecken zwischen zehn und 30 Kilometer zurückgelegt. Doch: „Für einen Hobbyläufer, der seine Kondition einfach nur behalten möchte, reichen zwei etwas zügigere Lauf-Sessions pro Woche à 30 Minuten schon aus“, so Bianca Meyer. Beruhigend, oder?

Joggen im Winter bringt uns mehr Power!

Und wer jetzt denkt, die Leistung leide unter den Temperaturen, irrt: Für eine Studie wurden Athleten in zwei Gruppen eingeteilt. Die einen joggten bei zwei Grad, die anderen bei 20 Grad. Das unglaubliche Ergebnis: Die erste Gruppe hielt 30 Prozent länger durch als die zweite. Forscher fanden so heraus, dass die ideale Lauf-Temperatur zwischen fünf und zehn Grad liegt: Der Kreislauf kommt beim Joggen im Winter besser in Schwung, und unser Organismus ist optimal durchblutet und mit Sauerstoff versorgt.

Deshalb sind Herbst und Winter für Anfänger auch gute Phasen, um mit dem Joggen zu starten. Denn Joggen im Sommer ist wegen der hohen Temperaturen belastender für den Körper. Und noch was, liebe Anfänger: Beim Joggen im Winter haben Sie freie Bahn. Kaum einer beobachtet euch bei euren ersten Versuchen!

Joggen im Winter stärkt das Herz
Joggen im Winter ist gesund, denn mit jedem Winterlauf wird Ihr Herz stärker! © istock

Auch unser Herz profitiert von der Kälte: Der Muskel muss mehr arbeiten, um das Blut durch den Körper zu pumpen. Denken Sie daran: Mit jedem Winterlauf wird Ihr Herz stärker! Klar, auf Schnee laufen kann superanstrengend sein, man kommt langsamer voran. Sobald Sie jedoch das nächste Mal wieder auf Asphalt joggen, werden Sie schneller unterwegs sein!

Joggen im Winter hat noch mehr Vorteile

Wir quälen uns morgens todmüde aus dem Bett und würden uns abends am liebsten umgehend wieder in selbigem verkriechen. Weil wir keine Energie haben. Dieser Lethargie nachzugeben, ist aber genau das Falsche. Wir sind keine Bären. Wir brauchen weder Winterschlaf, noch müssen wir uns Fettpolster anfuttern. Genau das signalisieren wir unserem Körper aber, wenn wir unser Aktivsein nur auf den Weg zur Arbeit beschränken. Unser Stoffwechsel verlangsamt sich, wir nehmen zu.

Schon zehn Minuten Joggen im Winter bei Tageslicht reichen aus, um den Stoffwechsel wieder in Fahrt zu bringen. Die Wintersonne versorgt uns mit Vitamin D – das hält fit und spendet Energie. Legen Sie deshalb eine Laufeinheit aufs Wochenende, um die Wintersonne genießen zu können.

Frau joggt im Winter
Joggen im Winter ist auch für die Psyche eine Wohltat!© istock

Joggen im Winter für die Psyche

Joggen im Winter ist auch für die Psyche eine Wohltat: Viele Menschen fühlen sich bei zu wenig Tageslicht schwermütig, verspüren Heißhunger (Joggen im Winter dämpft diesen übrigens!) und sind ständig müde. Dieses Phänomen nennt sich Winterdepression oder SAD (Seasonal Affect Disorder). Laufen sorgt dafür, dass jede Menge des Glückshormons Endorphin ausgeschüttet wird, Sie sich unbeschwert fühlen – und alle Aufgaben mit Elan meistern.

Wie gesagt, Sie verbrennen im Winter sowieso mehr Kalorien als im Sommer. Aber nicht nur deshalb dürfen Sie Ihr Lauftraining verkürzen. Wenn Sie einmal pro Woche auf ein Intervalltraining (z. B. 20 Minuten laufen mit zehn 30-Sekunden-Sprints) statt auf gemütliches Joggen setzen, verlängert dies den Nachbrenneffekt von zwei auf bis zu 24 Stunden! „Auf einer hügeligen Strecke zu laufen oder ein paar Treppen hochzurennen, hat den gleichen Effekt“, verrät Bianca Meyer.

Joggen im Winter: Kürzere Runde, höherer Kalorienverbrauch

Mit diesen Tricks aus der Bildergalerie verbrennen Sie noch mehr Kalorien beim Joggen im Winter!

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