Extremsportler Joey Kelly: „Es kommt auf die Zielsetzung an”

Joey Kelly
Joey Kelly liebt sportliche Herausforderungen: "Wenn ich mir ein Ziel vor Augen führe und dieses immer wieder visualisiere, gelingt es mir auch in schwierigeren Situationen, an das Erreichen des Gesamtziels oder kleinere Zwischenziele zu glauben" © privat

Mit einer Wette unter Geschwistern begann die Verwandlung des Joey Kelly vom Familienclan-Mitglied zum Extremsportler, der als erster Mensch alle acht "Ironman"-Wettbewerbe in einem Jahr geschafft hat. Bei PraxisVITA spricht der 44-Jährige über sportliche Herausforderungen, persönliche Ziele und Motivations-Tricks.

1. Wann haben Sie mit Extremsport angefangen und was hat Sie dazu gebracht?

Mit dem Ausdauersport habe ich 1996 begonnen. Meine Schwester Patricia hatte damals mit mir gewettet, dass ich es nicht schaffen würde, einen Volkstriathlon durchzustehen. Völlig untrainiert ging ich an den Start und schaffte es nur mit viel Mühe, als einer der letzten Teilnehmer ins Ziel zu kommen.

2. Sie haben sich kürzlich einer ganz besonders sportlichen Herausforderung gestellt: Sie sind 24 Stunden lang Fahrrad gefahren. Wie haben Sie sich auf die Challenge vorbereitet?

Ich habe mich langfristig darauf vorbereitet. Zudem haben mich die Vorfreude auf den 21. RTL-Spendenmarathon und meine 12. Teilnahme sehr motiviert. Dank meiner Sponsoren, zu denen auch Fitbit gehört, konnten insgesamt 733.000 EUR für den guten Zweck mit dem Spinning Bike erradelt werden. Das ist Motivation genug.

3. Wie hat sich die Challenge angefühlt und welche Auswirkungen hatte das 24-h-Spinning auf Ihren Körper? Wie lange haben Sie die Auswirkungen gespürt?

Ich habe mich generell während des Wettkampfes relativ gut gefühlt, es war einfacher, als ich dachte. Lediglich zwischen 4 Uhr und 6 Uhr morgens hatte ich mal einen Durchhänger und fühlte mich nicht so gut.

4. Gibt es Ihrer Meinung nach Tageszeiten, zu denen es sich besser trainieren lässt?

Vormittags fühle ich mich körperlich fitter als abends nach einem Arbeitstag. Daher versuche ich, wenn irgendwie möglich, vormittags zu trainieren.

5. Was empfehlen Sie zur Regeneration nach einem anstrengenden Training?

Gutes, gesundes und ausgewogenes Essen. Zudem gönne ich meinem Körper nach dem Training eine Viertelstunde Entspannung, oftmals lege ich mich dann auch kurz hin.

6. Wie motivieren Sie sich für solche Herausforderungen? Wie schaffen Sie es, den inneren Schweinehund zu überwinden?

Meines Erachtens kommt es auf die richtige Zielsetzung an. Wenn ich mir ein Ziel vor Augen führe und dieses immer wieder visualisiere, gelingt es mir auch in schwierigeren Situationen, an das Erreichen des Gesamtziels oder kleinere Zwischenziele zu glauben. Natürlich spielen in der Hinsicht auch meine bisherigen Erfahrungen eine Rolle.

7. Stimmt es, dass schon eine Woche ohne Sport Auswirkungen auf den Körper haben kann (Muskelmasse geht zurück, Fettverbrennung sinkt, Blutdruck erhöht sich)?

Das ist leider richtig, der Körper baut in der Tat entsprechend schnell ab. Trotzdem gönne ich mir jedoch nach größeren Wettkämpfen sieben bis zehn Tage Pause.

8. Was ist Ihrer Meinung nach der beste Ausdauersport? Welche Aufwärmübung würden Sie empfehlen?

Laufen finde ich sehr praktisch, da es einfach und überall durchführbar ist. Schwimmen und Radfahren gefallen mir sogar noch etwas besser, sind jedoch nicht überall und in jeder Situation möglich. Zum Aufwärmen empfehle ich Dehnübungen.

9. Was war Ihre aufregendste sportliche Erfahrung? Welche sportlichen Herausforderungen peilen Sie als nächstes an?

Viele Erfahrungen waren für mich aufregend, aber besonders hervor sticht in dieser Hinsicht das Race Across America (RAAM), einer der härtesten Radultramarathons der Welt – von der West- zur Ostküste durch die USA. Im kommenden Jahr möchte ich bei dem Rennen zum vierten Mal in meinem Leben starten, dieses Mal im Viererteam.

10. Sport ist auch im Winter für viele Menschen ein Muss. Was gibt es zu beachten, um die Gesundheit nicht zu gefährden?

Neben angemessener Kleidung ist es meiner Meinung nach wichtig, dass man direkt nach dem Training duscht und trockene Kleidung anzieht. Auch auf gute, gesunde Ernährung sollte man achten.

Im Interview:  Joey Kelly

Er ist der Einzige der Kelly-Family, der sich nach dem Aus nicht der Musik widmete. Stattdessen konzentriert sich der heute 44-Jährige lieber auf seine Karriere als Marathonläufer und Extrem-Ausdauersportler in den unwirtlichsten Gegenden der Erde. Wenn er nicht gerade am Nordpol oder in der Wüste läuft, hält er Vorträge über Motivation und Disziplin. Ausgleich findet der Sportler im Privaten. Mit Ehefrau Tanja hat er vier Kinder.


 

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