Häufige Krankheiten

Jodmangel: Symptome richtig erkennen

Julia Klinkusch Medizin- und Wissenschaftsjournalistin

Ein Jodmangel lässt sich an einigen Symptomen erkennen – und das ist wichtig. Denn Jod ist für viele Funktionen des Körpers unverzichtbar. Das gilt besonders für die Schilddrüse, die Knochenbildung und den Stoffwechsel. 

Inhalt
  1. Welche Ursachen hat ein Jodmangel?
  2. Wer ist besonders häufig von Jodmangel betroffen?
  3. Welche Symptome verursacht Jodmangel?
  4. Wie sieht die Behandlung der Jodmangel-Symptome aus?

Es ist wichtig, die typischen Jodmangel-Symptome zu kennen. Denn ist der Körper mit zu wenig Jod versorgt, kann sich das negativ auf die Schilddrüsenfunktion auswirken. Dann kann es nicht nur zu Leistungseinbußen durch Müdigkeit und Konzentrationsschwierigkeiten kommen. 

 

Welche Ursachen hat ein Jodmangel?

Deutschland ist ein wohlhabender Industriestaat – und wurde trotzdem 1981 von der Weltgesundheitsorganisation zum Jodmangelgebiet erklärt. Dieser Status wurde zwar 2007 wieder aufgehoben, allerdings nimmt nach wie vor rund ein Drittel der Deutschen zu wenig Jod zu sich.

Eine Ursache dafür sind die jodarmen Anbauböden. Häufiger Regen sorgt zudem dafür, dass das wasserlösliche Spurenelement ausgewaschen wird. Deshalb wird seit vielen Jahren in Deutschland Speisesalz mit Jod angereichert. Auch enthalten Milchprodukte und Wurst hierzulande etwas mehr Jod.

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Wer ist besonders häufig von Jodmangel betroffen?

Die Symptome eines Jodmangels treten vor allem bei Risikogruppen auf. Dazu zählen Schwangere und Stillende, die nicht nur sich selbst mit Jod versorgen müssen, sondern auch das Baby. Kinder und Jugendliche haben in der Wachstumsphase ebenso einen erhöhten Jodbedarf. Auch Vegetarier und Veganer leiden häufiger unter Jodmangel.

Ursache ist ihre Ernährung, die keinen Seefisch vorsieht. Dieser enthält jedoch besonders viel Jod. Gemüse und Obst können nur zu drei Prozent zur Jodversorgung beitragen. Zu guter Letzt müssen auch Ausdauersportler ihre Jodzufuhr im Auge behalten. Sie verlieren mit dem Schweiß pro Liter 30 bis 40 Mikrogramm Jod.

 

Welche Symptome verursacht Jodmangel?

EIn Jodmangel kann sich durch unterschiedliche Beschwerden äußern. Sehr verbreitet ist das sogenannte Jodmangel-Struma, eine krankhafte und sehr starke Vergrößerung der Schilddrüse – auch bekannt als Kropf.

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Außerdem kann es zu einer Unterfunktion der Schilddrüse (Hypothyreose) kommen. Diese ist nicht immer einfach zu erkennen, da die Symptome schleichend einsetzen. Die Warnsignale sind:

  • Antriebsschwäche und Müdigkeit
  • Konzentrationsschwierigkeiten
  • Kälteempfindlichkeit
  • Engegefühl im Hals
  • Schluckbeschwerden
  • Wachstumsstörungen bei Kindern
 

Wie sieht die Behandlung der Jodmangel-Symptome aus?

Bei einem akuten Jodmangel erfolgt die Behandlung der Symptome am besten über eine Ernährungsumstellung. Lebensmittel mit viel Jod sind unter anderem Seefische und Meeresfrüchte. Darüber hinaus sollte man im Haushalt konsequent auf Jodsalz umstellen.

Da Kinder gerade in der Wachstumsphase viel Jod benötigen, sollten sie von klein auf an den Verzehr von Seefisch gewöhnt werden. Eine Alternative sind Fischstäbchen. Da sie aus Seelachs hergestellt werden, enthalten sie viel Jod – und die meisten Kinder mögen sie gern. Auch bei Sportlern reicht zur Behandlung ein Ausgleich über die Ernährung.

Risikogruppen wie Schwangere, Vegetarier und Veganer müssen je nach Stärke des Jodmangels zur Behandlung der Symptome gegebenenfalls Jodtabletten zu sich nehmen. Dies sollte jedoch nur nach Absprache mit dem Arzt geschehen.

Quellen:

Biesalski, H. K.  (2016): Vitamine und Minerale. Stuttgart/ New York: Georg Thieme Verlag

Gröber, Uwe (2011): Mikronährstoffe. Metbolic Tuning – Prävention – Therapie, Stuttgart: Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft 

Robert Koch-Institut: Jodversorgung in Deutschland, in: edoc.rki.de

WHO (World Health Organisation): Iodine deficiency in Europe, in: who.int

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