Jens Spahn: „Wären alle geimpft, steckten wir nicht in dieser Lage!“

Ines Fedder Medizinredakteurin

Bei seiner womöglich letzten Pressekonferenz greift Bundesgesundheitsminister Jens Spahn zu klaren Worten. So gravierend sind die Folgen der jetzigen Corona-Lage.

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Jens Spahn (CDU) äußerte sich in seiner wohl letzten Pressekonferenz als Gesundheitsminister gemeinsam mit RKI-Präsident Lothar H. Wieler zur aktuellen Corona-Lage – und er findet abermals drastische Worte

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Wenn Jens Spahn und Lothar Wieler vor die Presse treten, sind die Worte im Vorfeld gut gewählt. Nicht ohne Grund werden die Ansprachen immer dramatischer, denn die Lage ist und bleibt bitterernst. „Deutschland nimmt die Lage ernst“, sagt Spahn einleitend, um auf die Beschlüsse des letzten Corona-Gipfels einzugehen. Jetzt ginge es darum, die Entscheidungen umzusetzen.

Denn, da ist sich Spahn sicher: „Wären alle erwachsenen Deutschen geimpft, steckten wir nicht in dieser schwierigen Lage. Das ist einfach die Wahrheit.“

Man hätte viel früher die Konsequenzen im Umgang mit ungeimpften Bürger:innen an den Tag legen müssen, sagt Spahn. Die Folge: Über 1 Prozent der Deutschen sind aktuell akut infiziert. Und die Folgen sind laut Spahn und RKI-Chef Lothar Wieler schlichtweg verheerend. 

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Die hohe Inzidenz und das Auftauchen der neuen Corona-Variante Omikron haben Folgen, die das bisherige Ausmaß weit überschreiten.

1. Immer mehr Corona-Tote

„In manchen Bundesländern werden Maßnahmen geschaffen, um die Vielzahl der Verstorbenen einäschern zu können“, sagt Jens Spahn. Deutschland werde die Zahl von 5.000 Patient:innen auf den COVID-Intensivstationen deutlich übersteigen, so die Prognose. Aktuell werden bis zu 400 Corona-Tote täglich beklagt. Diese Zahl wird weiter steigen.

2. Wegen Omikron: Die schlimmsten Auswirkungen an Weihnachten erwartet

Rund um Weihnachten wird ein trauriger Höhepunkt erreicht, sagt der Gesundheitsminister. Zum einen, weil die Auswirkungen der aktuellen Lage dann erst ihr Ausmaß auf den Intensivstationen und bei den Todeszahlen zeigen. Zum anderen, weil die neue Corona-Variante Omikron in Deutschland angekommen ist. „Wir können Omikron noch nicht genau einschätzen. „Nach allem, was wir heute wissen, könnte Omikron noch ansteckender sein und auch Geimpfte und Genesene leichter infizieren“, sagt Wieler. „Wir sollten uns darauf einstellen, dass es mit Omikron in noch kürzester Zeit zu mehr Fällen kommen kann. Und das in einer Situation, wo das Gesundheitssystem bereits überlastet ist.“

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3. Schlechtere gesundheitliche Versorgung auch für Nicht-Corona-Patienten

Bereits jetzt müssen COVID-Patient:innen verlegt werden. „Das ist eine enorme Belastung“, so der RKI-Chef. Nicht nur für die COVID-Patient:innen, sondern auch für alle anderen: Vermeintlich einfachere Operationen müssen abgesagt werden. Später auch komplexere Eingriffe – zum Beispiel bei Krebspatient:innen. Es sei klar, dass die Verzögerung der Eingriffe die Heilungschancen enorm verringert. „Jeder von uns kann betroffen sein“, macht Lothar Wieler noch einmal klar.

 

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„Wir hätten früher die Konsequenz ziehen müssen zwischen geimpft und nicht geimpft“, so Jens Spahns Fazit. Dennoch dürfe man nicht vergessen, dass auch Geimpfte ansteckend sind. Es ginge nun darum, die vierte Welle gemeinsam zu brechen. Und dafür ist und bleibt das Impfen das beste Mittel.

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