Jeder Vierte wird im Urlaub krank

Eine Frau sitzt im Flugzeug und hat Kopfschmerzen
Kaum geht die Reise los, macht der Körper schlapp – damit hat einem Barmer-Bericht zufolge jeder Vierte zu kämpfen © Fotolia

Endlich im Urlaub – und krank, müde und schlapp. So ergeht es laut einem Bericht der Barmer GEK jedem vierten Deutschen. Praxisvita erklärt, wie Sie sich vor der Freizeitkrankheit schützen können.

„Leisure Sickness-Syndrom“ – so nennen Mediziner die Krankheit, die viele Arbeitnehmer befällt, sobald sie das Büro für die Ferien verlassen haben. Einer aktuellen Mitteilung der Barmer BEK zufolge trifft sie jeden vierten Beschäftigten in Deutschland.

 

So entsteht die Freizeitkrankheit

„Bei Menschen, die sich am Arbeitsplatz den Dauerstress antun, arbeitet das Immunsystem auf Hochtouren“, erklärt Dr. Ursula Marschall von der Barmer GEK. „Der Körper schüttet permanent Stresshormone aus und muss sämtliche Energiereserven mobilisieren. Der Blutdruck steigt. Wenn dann plötzlich Urlaub ansteht, fällt die Anspannung zwar ab, gleichzeitig fährt aber auch das Immunsystem herunter. Und das macht die Betroffenen so anfällig für Infekte und Viren.“

 

Der Freizeitkrankheit vorbeugen

Die beste Strategie gegen die Freizeitkrankheit lautet: Langsam und bewusst auf den Urlaub einstimmen. „Achten Sie darauf, dass Sie nicht sofort vom Schreibtisch oder der Werkbank sofort in den Flieger oder ins Auto steigen. Geben Sie sich ein bisschen Zeit, lassen Sie den Körper runterkommen“, rät Experte Dr. Johannes. In Ruhe packen und auf den Urlaub freuen und zwei Tage später erst aufbrechen, lautet sein Ratschlag.

Im Video erklärt Dr. Johannes, wie Sie sich vor der Freizeitkrankheit schützen können

 

Gesundheitsvorsorge für den Urlaub

Doch es ist nicht nur die „plötzliche“ Entspannung, die Krankheiten in der Urlaubszeit begünstigt. Klimatische Veränderungen, Nahrungsumstellung und nicht zuletzt Flug-, Auto- oder Schiffsreise können weitere Auslöser von Beschwerden im Urlaub sein. Für eine möglichst beschwerdefreie Reise sollten Urlauber daher einige Vorkehrungen treffen:

  • Reiseapotheke: Sie sollte Medikamente gegen Durchfall, Erbrechen, Fieber, Schmerzen, Insektenstiche und Hautverletzungen enthalten. Außerdem gehören Schere und Verbandszeug in die Reiseapotheke. Besonders wichtig: Mittel gegen chronische Erkrankungen nicht vergessen! Am besten in doppelter Ausführung mitnehmen – in zwei verschiedenen Koffern verteilt.
  • Impfungen: Für Reisen innerhalb Europas reicht der Basis-Impfschutz vor Tetanus, Polio und Diphtherie. Geht die Reise weiter weg, sollten sich Urlauber spätestens sechs Wochen vor Reiseantritt bei ihrem Hausarzt oder im Tropeninstitut über empfohlene Impfungen im Zielland informieren – dazu kann beispielsweise der Impfschutz vor Gelbfieber, Hepatitis oder Typhus gehören.
  • Thromboseschutz: Im Flugzeug kann es durch langes Sitzen und Bewegungsmangel zu einer gefährlichen Thrombose kommen. Auf langen Flügen sollten darum Kompressionsstrümpfe getragen werden. Achten Sie außerdem darauf, viel zu trinken und ab und zu im Gang auf und ab zu laufen.

Weitere Tipps für einen beschwerdefreien Urlaub finden Sie hier.

Hamburg, 8. Juli 2015

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