Japanische Wasserkur: Wasser trinken für die Gesundheit?

Michelle Kröger

Nach dem Aufstehen erstmal ein großes Glas warmes Wasser trinken. Genau das ist ein traditionelles Morgenritual in Japan.

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Inhalt
  1. Japanische Wasserkur: Was ist das und wofür ist das gut?
  2. Kann man mit der japanischen Wasserkur auch abnehmen?
  3. Ablauf: Wie funktioniert die japanische Wasserkur?
  4. Trinktherapie: Was passiert da genau in unserem Körper?
  5. Warmes Wasser trinken: Lassen sich dadurch Erkrankungen behandeln?
  6. Welches Wasser eignet sich dafür am besten?
  7. Was ist das Besondere an der japanischen Wasserkur?
  8. Wer sollte lieber auf die japanische Wasserkur verzichten?
  9. Birgt die japanische Wasserkur Risiken oder Nebenwirkungen?

Ja, laut der sogenannten japanischen Wasserkur ist der Zeitpunkt, zu dem man Wasser trinkt, tatsächlich entscheidend. Es bewirkt viele positive Effekte im Körper. In erster Linie handelt es sich um eine gesundheitsfördernde Maßnahme. Doch unter anderem kann man mit der japanischen Wasserkur auch ein wenig abnehmen. Ein positiver Nebeneffekt sozusagen.

Unser Experte: Dr. Yavuz Şahin, Facharzt für innere Medizin. In seiner Praxis für allgemeine und alternative Medizin in Köln (www.dr-sahin.de) hat sich der Hausarzt sich auf den Bereich der Naturmedizin spezialisiert.

 

Japanische Wasserkur: Was ist das und wofür ist das gut?

Wie es der Name schon vermuten lässt, stammt die Methode ursprünglich aus Japan, dem Land mit der höchsten Lebenserwartung. Wahrscheinlich nicht ohne Grund?

So funktioniert die Methode:


Bei der japanischen Wasserkur trinkt man direkt nach dem Aufwachen vier kleine Gläser lauwarmes Wasser, also etwa 600 bis 700 Milliliter”, sagt Dr. Yavuz Şahin. Am besten stilles Mineralwasser auf Zimmertemperatur und in kleinen Schlucken – kein kaltes Wasser, das ist schlecht bekömmlich. Wichtig: Die Zähne erst anschließend putzen und bis zum Frühstück mindestens 45 Minuten warten. Außerdem ist Wassertrinken nach jeder Mahlzeit für zwei Stunden tabu. Dr. med. Şahin empfiehlt eine Dauer von sechs Wochen oder das Integrieren des Morgenrituals in den Alltag.

 

Kann man mit der japanischen Wasserkur auch abnehmen?

„In Japan ist die Wasserkur dafür bekannt, die Gesundheit positiv zu beeinflussen. Vor allem die Haut, der Magen-Darm-Trakt und das Immunsystem profitieren von dem asiatischen Verfahren. Zusätzlich wird der Stoffwechsel aktiviert. Abnehmen ist zwar nicht das eigentliche Ziel der japanischen Wasserkur, tritt aber gewöhnlich als Nebeneffekt auf”, erklärt Dr. Şahin. 

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Ablauf: Wie funktioniert die japanische Wasserkur?

Kleiner Aufwand, großer Nutzen: Ja, diese vergleichsweise kleine Maßnahme am Morgen kann eine große Wirkung auf unsere Gesundheit haben. Warum? Wer regelmäßig Wasser auf nüchternen Magen am Morgen trinkt, der verbessert die Regeneration- und Reinigungsvorgänge, die der Körper in der Nacht automatisch vollzieht. „Während wir schlafen, laufen die Entgiftungsvorgänge im Körper auf Hochtouren. Trinken wir morgens Wasser, werden Gift- und Schadstoffe leichter ausgeschieden”, so der Kölner Hausarzt. „Außerdem lässt das Hungergefühl nach, sodass die Mahlzeiten kleiner ausfallen und man abnimmt.” Lauwarmes Wasser rege aber auch den Darm an und der Stuhlgang wird regelmäßiger. Außerdem verdünnt die Trinkkur die Magensäure, wodurch unter anderem Beschwerden wie Sodbrennen abnehmen können.

 

Trinktherapie: Was passiert da genau in unserem Körper?

In der traditionellen japanischen Medizin heißt es, dass sich gerade die morgendlichen „Goldenen” Stunden ideal dafür eignen, den Körper zu entgiften. Das Wasser schwemmt die über Nacht gelösten Giftstoffe regelrecht aus dem Körper. Mit der Wasserkur lässt sich also nicht nur abnehmen, sondern vor allem auch die allgemeine Gesundheit beeinflussen.

Hier eine Übersicht über die wichtigsten Vorgänge im Körper, während der japanischen Wasserkur.

  • Natürliches Entgiften: In der Nacht gelöste Giftstoffe können durch das morgendliche Wassertrinken aus dem Körper geschwemmt werden.
  • Aktivierung des Stoffwechsels: Nun verbraucht unser Körper mehr Energie und investiert sie nicht (ungenutzt) in Fettdepots.
  • Mobilisierung des Darms: Wenn Sie regelmäßig morgens das Glas Wasser trinken, erziehen Sie Ihren Darm dazu, kurz nach dem Trinken auf Toilette zu gehen bzw. Stuhlgang zu haben. So beugen Sie auch einer Verstopfung vor.
  • Schutz vor Sodbrennen: Die Flüssigkeit verdünnt die Magensäure. Leitungswasser neutralisiert die Magensäure (je nach Ursprung und Quelle) mit seinem neutralen bis leicht basischen pH-Wert – auf besonders sanfte Art und Weise.
  • Unterstützung des Zellaufbaus: Die Blutplättchen und Muskelzellen werden von der regelmäßig aufgenommenen Flüssigkeit positiv beeinflusst.
  • Heißhunger-Stopp: Das Wasser am Morgen füllt den Magen und Sie haben nicht sofort Hunger. So genügt auch ein kleines Frühstück. Auch Heißhungerattacken auf Süßes oder Fettiges werden seltener. Abnehmen gelingt also quasi nebenbei.
  • Mehr Energie: Die japanische Wasserkur kurbelt den Stoffwechsel und das Lymphsystem an. Dadurch fühlen Sie sich morgens gleich viel fitter und energiegeladener.
  • Für Haut und Haar: Durch das zusätzliche Trinken von Wasser am Morgen fängt die Haut an, zu strahlen. Außerdem wirkt sie nach einiger Zeit rosiger, straffer, durchfeuchteter und reiner. Das Extra an Feuchtigkeit sorgt auch für glänzendes Haar und gesunde Kopfhaut.

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Warmes Wasser trinken: Lassen sich dadurch Erkrankungen behandeln?

Wer sich für die japanische Wasserkur entscheidet, der hilft seinem Körper dabei, Krankheiten zu bekämpfen. Sie kann bei vielen Erkrankungen vorbeugen, helfen oder lindern. Dazu gehören zum Beispiel:

  • Gastritis (in ca. 10 Tagen)
  • Diabetes (in ca. 30 Tagen)
  • Verstopfung (in ca. 10 Tagen)
  • Magenprobleme (in ca. 10 Tagen)
  • Bluthochdruck (in ca. 30 Tagen)
 

Welches Wasser eignet sich dafür am besten?

Wer jetzt denkt, dass Wasser sicherlich gleich Wasser ist, der irrt sich. Sprudelwasser ist für die japanische Trinkkur gänzlich ungeeignet. Die enthaltene Kohlensäure kann den leeren Magen leicht reizen und eventuell Sodbrennen auslösen. Greifen Sie besser zu stillem Mineralwasser, Leitungswasser oder Heilwasser. Es sollte einen relativ hohen Anteil an Hydrogencarbonat enthalten, eine starke Base, die Säure neutralisiert. Auch die Temperatur sollte gut bedacht sein. Am besten trinken sie das Wasser auf Zimmertemperatur.

 

Was ist das Besondere an der japanischen Wasserkur?

Es handelt sich um eine vergleichsweise einfach Methode, die allgemeine Gesundheit zu verbessern – und um eine sehr natürliche. Das Verfahren funktioniert eben ausschließlich mit Wasser. „Nebenwirkungen durch beispielsweise chemische Zusätze sind daher ausgeschlossen. Außerdem lässt sich die Trinkkur relativ einfach im Alltag durchführen”, sagt der Experte. Eine weitere Besonderheit: Alle Speisen und Getränke sind erlaubt.

 

Wer sollte lieber auf die japanische Wasserkur verzichten?

Auch wenn es sich bei der japanischen Wasserkur um eine besonders natürliche Anwendung handelt, die ohne Chemie auskommt, sollte sie nicht blind von jedem verfolgt werden. „Patienten, die wegen einer Grunderkrankung wie Herz- und Niereninsuffizienz weniger Flüssigkeit zu sich nehmen dürfen, sollten die Methode nicht anwenden. Bei Hitze gilt das auch für ältere Menschen und Sportler”, betont der Allgemeinmediziner. 

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Birgt die japanische Wasserkur Risiken oder Nebenwirkungen?

Nebenwirkungen sind durch fehlende chemische Zusätze so gut wie ausgeschlossen. „Doch je nach Wasserqualität können sich die Blutsalze und -mineralien gefährlich verändern. Darauf sollte das Blut regelmäßig untersucht werden”, gibt Dr. Şahin zu bedenken. Am Anfang ist es vielleicht noch recht schwer, sich an das neue Morgenritual zu gewöhnen. Doch das ändert sich meist schnell, wenn Sie merken, dass es Ihnen durch die neue Morgenroutine viel besser geht.

Quellen:

 

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