J2-Untersuchung: Was wird alles untersucht?

Michael van den Heuvel Medizin- und Wissenschaftsjournalist

Die J2-Untersuchung ist als Vorsorgeuntersuchung im Alter von 16 bis 17 Jahren eingeplant. Der Arzt achtet speziell auf Stoffwechselerkrankungen, berät aber auch bei Fragen zur Sexualität und – aus gesundheitlichem Blickwinkel – zur Berufswahl.

Kind wird untersucht
Die J2-Untersuchung ist ein umfangreiches Vorsorgeangebot für Jugendliche Foto:  iStock/rawpixel

Die J2-Untersuchung gehört zu den Vorsorgeangeboten für junge Erwachsene. Sie soll Mädchen und Jungen auf das Erwachsenenleben vorbereiten. Dazu gehören neben diversen Untersuchungen auch Beratungsangebote.

 

Wann ist die J2-Untersuchung?

Kurz vor der Volljährigkeit, sprich im Alter von 16 bis 17 Jahren, findet die J2 als letzte Jugenduntersuchung statt. Anders als bei der J1 übernehmen nicht alle gesetzlichen Krankenkassen die Kosten. Im Idealfall nehmen die Jugendlichen den Termin ohne ihre Eltern wahr, um beispielsweise heikle Themen rund um die Sexualität offen ansprechen zu können.

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Was ist die J2-Untersuchung?

Zur J2 gehören umfangreiche körperliche Untersuchungen des Muskel-Skelett-Systems, um Haltungsschäden oder Fehlstellungen der Wirbelsäule und der Füße abzuklären. Wie schon bei früheren U- oder J-Untersuchungen werden die Lungen, das Herz und der Bauchraum mit dem Stethoskop abgehört.

Auch die Größe und das Körpergewicht werden bei dieser Vorsorgeuntersuchung bestimmt. Bei Auffälligkeiten wie Unter- oder Übergewicht erhalten die Jugendlichen Tipps zu einer ausgewogenen Ernährung und einem gesunden Essverhalten.

Hör- und Sehtests sowie eine Untersuchung der Haut sind auch Teil der J2. Ein Allergietest wird ebenfalls angeboten. Anhand von Blut- und Urinwerten sollen Erkrankungen wie Diabetes mellitus erkannt werden. Außerdem lernen die Jugendlichen, ihre Hoden beziehungsweise ihre Brust selbst als Teil der Krebsvorsorge abzutasten.

Im Anschluss bespricht der Arzt seine Ergebnisse mit der jungen Frau oder dem jungen Mann. Eventuell zieht er weitere Fachärzte hinzu, beispielsweise einen Augenarzt, einen Hals-Nasen-Ohren-Arzt (HNO-Arzt) oder einen Orthopäden. Es kann aber auch sein, dass eventuelle Einschränkungen bei der Berufswahl ein Thema dieser Vorsorgeuntersuchung sind, beispielsweise bei Allergien.

 

Welche Informationen erhalten Jugendliche bei der J2-Untersuchung?

Die J2 besteht nicht ausschließelich aus einer körperlichen Untersuchung. Jugendliche haben auch die Möglichkeit, ihrem Arzt Fragen zur Sexualität, zur Verhütung, zu Stress in der Schule oder zu einer belastenden familiären Situation zu stellen. Der Arzt unterliegt generell der Schweigepflicht – auch bei Jugendlichen unter 18 Jahren.

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Gibt es noch Impfungen bei der J2-Untersuchung?

Der Impfstatus wird nochmals kontrolliert. Falls die Jugendlichen alle Vorsorgetermine wahrgenommen haben, sollten sie keine Impflücken mehr haben. Die Ständige Impfkommission am Robert Koch-Institut (RKI) rät im Alter von neun bis 16 Jahren zur Auffrischung des Schutzes gegen Diphtherie, Wundstarrkrampf (Tetanus), Keuchhusten (Pertussis) und Kinderlähmung (Poliomyelitis). Ob das erfolgt ist, sieht der Arzt bei der J2-Untersuchung im Impfpass.

Quellen:

Illing, Stephan; Claßen, Martin (2017): Klinikleitfaden Pädiatrie, München: Elsevier/Urban&Fischer.

Speer, Christian P. et al. (2018): Pädiatrie, Berlin: Springer-Verlag.

Förg, Theresa (2019): BASICS Pädiatrie, München: Elsevier/Urban&Fischer.

Empfehlungen der Ständigen Impfkommission, in: Robert Koch-Institut 

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