Iyengar Yoga: Ein Yogastil mit Hilfsmitteln

Iyengar Yoga ist ein alter Yogastil und geht auf eine der ältesten Lehren überhaupt zurück. Im Zentrum stehen präzise ausgeübte Yogahaltungen, wie Umkehrhaltungen und Rückbeugen sowie spezielle Atemtechniken. Dabei kommen bestimmte Hilfsmittel zum Einsatz, die die Yogahaltung intensivieren sollen.

Frau sitzt im Grätschsitz auf einer Matte und hat den Oberkörper vorne auf einem länglichen runden Kissen abgelegt.
Für eine optimierte Haltung und Ausrichtung der Asanas kommen im Iyengar Yoga bestimmte Hilfsmittel zum Einsatz Foto: iStock/koldunov

Was ist Iyengar Yoga?

Iyengar Yoga ist eine Form des Hatha Yoga. Nach seiner Ausbildung bei dem angesehenen Yogameister Krishnamacharya erforschte der indische Guru B.K.S. Iyengar für die Entwicklung dieser ganz eigenen Praxis jede einzelne Yogahaltung (Asana) ganz genau.

Die wichtigsten Asanas im Iyengar Yoga sind Stehhaltungen, Vorwärtsbeugen, Drehungen, Rückbeugen, regenerative Haltungen und verschiedene Formen der Umkehrhaltung. Im Iyengar Yoga werden Asanas und Pranayamas im Wechsel unterrichtet.

Gut zu wissen: Pranayama ist Sanskrit und bedeutet „Atemtechnik“.

Für eine optimierte Haltung und Ausrichtung der Asanas kommen im Iyengar Yoga bestimmte Hilfsmittel wie Klötze, Gurte oder Decken zum Einsatz. Damit werden schwierige Asanas für Anfänger einfacher, für Fortgeschrittene intensiver.

Wie funktioniert Iyengar Yoga?

Iyengar Yoga steht in der Tradition einer uralten Yoga-Lehre, der Taittiriya Upanishad. Sie stammt aus einer Zeit um 1000 vor Christus und geht zum ersten Mal auf die „Fünf Hüllen des Menschen” ein. Diese Philosophie übernimmt B.K.S. Iyengar später auch für seine Yoga-Praxis. Die fünf Hüllen des Menschen gehen von außen nach innen.

Ziel des Iyengar Yogas ist es, sich durch eine präzise Ausübung der Asanas und durch die Verwendung der Hilfsmittel von außen nach innen durch diese Hüllen durchzuarbeiten:

  1. Annamaya Kosha (physische Hülle, Nahrungshülle)
  2. Pranamaya Kosha (physiologische oder auch emotionale Hülle)
  3. Manomaya Kosha (mentale Hülle)
  4. Vijnanamaya Kosha (Unterscheidungshülle, hier sitzt das klare Wissen)
  5. Anandamaya Kosha (innere Hülle oder auch: Glückseligkeitshülle)

Der Kern des Iyengar Yogas besteht darin, weniger Asanas zu praktizieren, diese aber dafür intensiv auszuführen.

Was sind im Iyengar Yoga die wichtigsten Elemente?

Die präzise Ausführung beruht auf drei Grundelementen, die auch jeder Yogalehrer des Iyengar Yogas in seiner Ausbildung lernt. Diese lauten:

Technik: Die Asanas werden sehr genau ausgeführt und dafür Hilfsmittel verwendet.

Dauer: Es ist entscheidend, wie lange jeder einzelne Teilnehmer in einer Übung bleibt, um sowohl eine körperliche als auch eine biochemische und psycho-mentale Wirkung zu erzielen.

Sequenz: Es werden bestimmte Asanas ausgewählt, die sowohl zu den inneren Bedingungen des Yoga-Praktizierenden als auch zu den äußeren Bedingungen wie Wetter oder Tageszeit passen.

Für wen eignet sich Iyengar Yoga?

Iyengar Yoga eignet sich sowohl für Anfänger als auch für fortgeschrittene Yogis. Es handelt sich dabei um einen besonders vielseitigen Yogastil, bei dem wirklich jeder auf seine Kosten kommt. Hinzu kommt beim Iyengar Yoga die Präzision, die es ermöglicht, auf jeden einzelnen Körper und Geist individuell einzugehen.

Quellen

Das Mosaik der Yogaschulen: Iyengar Yoga, in: yoga-aktuell.de

Feliz Carrasco, Birgit (2013): Chakra Meditation: Die feinstofflichen Kräfte von Körper, Geist und Seele nutzen, München: Trinity Verlag.