Ist Zimt gesund? Die Wahrheit über das exotische Gewürz

Redaktion PraxisVITA

Ist Zimt gesund oder eher schädlich? Vielleicht haben Sie sich diese Frage schon einmal gestellt. Denn das Gewürz Zimt ist heute aus der europäischen Küche nicht mehr wegzudenken. Gerade an Weihnachten findet es viel Verwendung. Zimt schmeckt nicht nur gut, sondern gehört auch zu den ältesten Gewürzen, denen man heilende Kräfte nachsagt. Im Altertum hat man Zimt daher zur Einbalsamierung eingesetzt. Dem Gewürz aus der Rinde von Zimtbäumen werden viele positive Effekte auf die Gesundheit zugesprochen.

Zimt liegt auf dem Tisch
Zimt soll gegen Appetitlosigkeit und Verdauungsbeschwerden wie Blähungen und Durchfall helfen Foto:  iStock/StasWalenga
Inhalt
  1. Anwendung und Heilwirkung von Zimt
  2. Im Zimt enthaltene Wirkstoffe
  3. Wenn der Inhaltsstoff Cumarin giftig ist, wieso sollte Zimt gesund sein?
  4. Wie wird Zimt verarbeitet?
  5. Fazit
 

Anwendung und Heilwirkung von Zimt

Die Verwendung von Zimt reicht bis in die Antike zurück. Überraschend ist dabei vor allem die Vielseitigkeit. So wurden ihm schon damals aphrodisierende Eigenschaften zugesprochen. Doch vor allem soll Zimt gesund sein und kann gleich eine ganze Reihe positiver Eigenschaften vorweisen. Er ist unter anderem:

  • appetitanregend
  • hilfreich bei Verdauungsproblemen und Völlegefühl, da er die Darmaktivität, sprich die Verdauung anregt
  • entzündungshemmend und soll desinfizierende und entkrampfende Eigenschaften haben

Dass Zimt gesund sein soll, hat noch andere Gründe. Verschiedene Studien kamen zu dem Ergebnis, dass Zimt sich positiv auf den Cholesterinspiegel auswirken kann. Dasselbe gilt für die Theorie, dass das Gewürz den Blutzucker senken und daher auch Diabetikern helfen könne. Umso größer ist die Zahl an Nahrungsergänzungsmitteln, die eben das versprechen. Doch weil die Studienlage unübersichtlich ist und auch mögliche Nebenwirkungen nicht ausreichend erforscht sind, rät die Deutsche Diabetes Gesellschaft davon ab, Präparate aus Zimt therapiebegleitend einzunehmen. Generell sollten Sie bei diesem Thema immer vorab einen Arzt befragen und nicht eigenmächtig entsprechende Präparate einnehmen.

 

Im Zimt enthaltene Wirkstoffe

Obwohl er mittlerweile sehr bekannt ist, wissen viele Verbraucher nicht, dass es zwei Arten von Zimt gibt: Ceylon- und Cassia-Zimt. Ceylon gilt als der echte Zimt, doch in vielen Haushalten wird eher die Cassia-Variante zu finden sein, die aus China stammt. Da das Gewürz meist gemahlen verkauft wird, ist der Unterschied schwer auszumachen. Unterschiede gibt es aber bei den Inhaltsstoffen. Beide Sorten enthalten Wirkstoffe wie ätherische Öle und Gerb- sowie Schleimstoffe. Aber im Cassia-Zimt befindet sich oft ein erhöhter Anteil von Cumarin.

Bis hierhin konnte die Frage, ob Zimt gesund ist, mit "ja" beantwortet werden. Doch der Aromastoff Cumarin kann zu Leberschäden führen, wenn man eine zu große Menge davon verzehrt. Laut Bundesinstitut für Risikobewertung "kann 0,1 Milligramm Cumarin pro Kilogramm Körpergewicht pro Tag ein Leben lang über Lebensmittel aufgenommen werden, ohne dass es ein gesundheitliches Risiko birgt." Demnach kann ein erwachsener Mensch bei mit Zimt gewürzten Lebensmitteln bis zu dieser Grenze durchaus beherzt zugreifen. Vorsichtig sollte man jedoch mit Kleinkindern sein: Hier ist der Höchstwert vergleichsweise schnell erreicht. Das Bundesinstitut für Risikobewertung rät Familien, die im Haushalt große Mengen Zimt verwenden, daher dazu, den cumarinarmen Ceylon-Zimt zu verwenden.

Wohlbefinden Die Magie der Vanille

 

Wenn der Inhaltsstoff Cumarin giftig ist, wieso sollte Zimt gesund sein?

Weil er eben auch Eugenol enthält. Während Ceylon-Zimt bis zu zehn Prozent von dem Stoff enthält, ist der Gehalt in Cassia-Zimt nahezu null. Eugenol gehört zu den zellschützenden Antioxidantien. Eine Studie an Zellkulturen und Ratten hat gezeigt, dass Eugenol antioxidativ wirkt. Es kann also oxidativen Stress vermindern und angeblich dadurch verursachte Erkrankungen bekämpfen. In der Zahnmedizin wird es außerdem als schmerzstillendes und antibakterielles Mittel verwendet. Und dieser Faktor trägt dazu bei, dass Zimt gesund ist oder zumindest eine gesundheitsfördernde Wirkung hat.

 

Wie wird Zimt verarbeitet?

Zimt ist die fermentierte und zusammengerollte Rinde des Zimtbaumes. Sie wird einmal im Jahr nach der Regenzeit geerntet und anschließend in der Sonne getrocknet. Die Verarbeitung erfolgt überwiegend in Handarbeit. Der Ceylon-Zimtbaum wächst in Sri Lanka, Burma und Bangladesch. Der Cassia-Zimtbaum stammt aus China. In den Handel kommt Zimt vor allem gemahlen als braunes Pulver oder auch ganz als Zimtstange.

 

Fazit

Zimt ist ein beliebtes Gewürz für süße und herzhafte Gerichte, außerdem wird es als Heilmittel genutzt. Seine positiven Eigenschaften machen ihn genauso beliebt wie der einzigartige Geschmack. Bei der Verwendung sollte man allerdings stets die Menge im Blick behalten – denn davon hängt ab, ob Zimt gesund ist. Das enthaltene Cumarin kann für Leberprobleme sorgen, wenn man über einen längeren Zeitraum die empfohlene Dosis überschreitet.

Das könnte Sie auch interessieren
Themen
Copyright 2021 praxisvita.de. All rights reserved.