Ist Kohlensäure schädlich für unseren Körper?

Kohlensäure im Wasser
Kohlensäure ist nichts anderes als Kohlendioxid in Wasser gelöst. Sie wird unter Druck in das Wasser eingebracht, um es zu konservieren © Alamy

Wer ausreichend Flüssigkeit trinkt, schützt die Gesundheit. Doch neue Studien zeigen: Es muss das richtige Wasser sein …

Kohlensäure ist eigentlich ein reines Konservierungsmittel. Sie macht Getränke haltbar und verhindert, dass sich Keime nach dem Öffnen der Flasche darin ausbreiten können. Da stellt sich die Frage, ob man mit dem Konsum kohlensäurehaltiger Getränke vorsichtig sein sollte.

Was macht ein gesundes Wasser aus?

Die Aufgaben des Wassers sind bekannt. Es transportiert Nährstoffe zu den Zellen. Und es versorgt den Körper mit Mineralien. Außerdem bringt es Stoffwechselabfälle aus den Zellen zu den Nieren, der Leber, der Haut, dem Darm und der Lunge. „Damit das Wasser diese Funktion jedoch optimal erfüllen kann, muss es freie Kapazitäten haben – quasi leer sein“, erklärt die renommierte Ärztin Dr. Barbara Hendel. „Denn die Stoffwechselabfälle können sich nur an freie Ankerplätze im Wasser binden und so ausgespült werden.“ Ist dies nicht möglich, kleben sie an den Gefäßwänden fest. Gewebsflüssigkeiten und Blut können eindicken, die Zellerneuerung verlangsamt sich, die Abwehrkräfte nehmen ab.

Bleibt die Frage: Wie viel kohlensäurehaltige Flüssigkeit täglich kann der Gesundheit schaden? Tatsache ist: Durch das Trinken kohlensäurehaltiger Getränke gelangt mehr Kohlendioxid in den Magen als üblicherweise. Wie viel wir durch Aufstoßen und Ausatmen schnell wieder loswerden und wie viel davon im Körper als Kohlensäure (Kohlendioxid in Wasser gelöst) bleibt, ist schwer zu sagen, da es sich hier um chemische Prozesse handelt. Der individuelle tägliche Trinkwasser-Bedarf lässt sich nach folgender Faustregel berechnen: Körpergewicht in kg x 40 ml = Flüssigkeitsbedarf pro Tag in ml. Damit beträgt die optimale Versorgung bei 60 Kilogramm Gewicht 2,4 Liter Wasser pro Tag. Doch Mengenangaben, wie viel davon kohlensäurehaltiges Wasser sein kann, sind schwierig. Einige Gläser sind sicherlich kein Problem. Doch mehrere Liter täglich und über Jahre hinweg halten Experten durchaus für bedenklich.

Können kohlensäurehaltige Getränke zu Haarausfall führen?

Von der Schulmedizin mag sie oft noch ignoriert werden, doch in der Naturheilkunde gilt die Übersäuerung durch die moderne Ernährung als einer der schädlichsten aller gesundheitlichen Belastungsfaktoren. Kohlensäurehaltige Getränke können den Säure-Basen-Haushalt zusätzlich beeinflussen. Die Übersäuerung wird kritisch, wenn der Körper aus Mangel an Basen beginnt, Knochen, Nägel und den Haarboden zu entkalken, um die Säuren zu neutralisieren. Mögliche Folgen sind Haarausfall, brüchige Nägel, schmerzende Gelenke. Was kann man tun? Der sogenannte pH-Wert zeigt den Säuregrad des Körpers an. Die pH-Skala reicht von 0 bis 14 – wobei 0 den stärksten Säuregrad und 14 die stärkste basische Reaktion bezeichnen. Mithilfe eines Selbsttests mit pH-Indikator-Teststreifen (ab 10 Euro) kann man seinen pH-Wert im Urin überprüfen.

Sollte gesundes Wasser auch mineralstoffarm sein?

Zehn Jahre lang verglich der Wissenschaftler Professor Dr. Louis-Claude Vincent die Gesundheit von 100 000 Einwohnern, die mineralsalzarmes Quellwasser trinken konnten, mit der Gesundheit von Großstädtern. Seine Forschung ergab, dass das Quellwasser die besten Ergebnisse für die Gesundheit erbrachte und am besten in der Lage war, große Mengen an Krebs-Giften zu binden. Durch mineralsalzreiches und kalkhaltiges Wasser treten deutlich häufiger Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebserkrankungen auf. Darüber, wie gut der Körper die Mineralstoffe des Wassers (zum Beispiel Calcium oder Magnesium) verwerten kann, streitet derzeit verstärkt die Wissenschaft. Immer mehr Ernährungsforscher gehen davon aus, dass der Körper die sich im Wasser befindenden anorganischen Mineralien (Magnesium, Kalium, Calcium) nicht optimal aufnehmen kann und sie damit für die Zellen ungeeignet seien. Nur organisch eingebaute Mineralien, wie sie in Obst und Gemüse vorkommen, sind ideal. Reichern sich die nicht organisch eingebauten Mineralstoffe an, können sie zu chemischen Reaktionen führen, verklumpen und angeblich zur Verkalkung der feinen Blutgefäße beitragen. Was kann man tun? Mineralstoffreiches Wasser nur in kleinen Mengen und in längeren Abständen trinken.

Sind Wasser mit Frucht-Geschmack gesund?

Mineralwässer mit Fruchtaroma liegen im Trend. Doch von den bunten Bildern frischer Früchte auf den Wasserflaschen-Etiketten sollte man sich nicht täuschen lassen. Die Stiftung Warentest prüfte aromatisierte Wässer, die Benzoesäure enthielten. Das Konservierungsmittel kann dazu führen, dass das Getränk mit dem krebserregenden und keimzellenschädigenden Benzol belastet ist. In drei von 25 Wässern fanden sie den gesundheitsschädlichen Stoff. Die Warentester raten, Wasser mit Fruchtnote selbst zuzubereiten. Einfach etwas Fruchtsaft ins Wasser geben.

 

Schädigt Kohlensäure die Zähne?

Die Kohlensäure reinigt den Mund von Speiseresten und säubert die Geschmackspapillen. Wird jedoch Mineralwasser mit Kohlensäure in kurzen Abständen getrunken, kann das bei Kindern und Jugendlichen zu Erosionen führen, warnen Zahnärzte. Säuren ätzen den Zahnschmelz an und entmineralisieren ihn. Folge: Karies. Beste Rettung für die Zahngesundheit? Direkt nach jedem Essen und Trinken mit Leitungswasser oder stillem Wasser den Mund durchspülen und das Wasser herunterschlucken. Durch das neutrale Wasser kann der Säuregehalt im Mund extrem verringert werden, und die Erosionen können dadurch verhindert werden.

Ist Kohlensäure ein Dickmacher?

Wissenschaftler wissen, dass das Gas der Kohlensäure im Magen Dehnungsreize auslöst. Die Magenwand wird im Laufe der Zeit größer, das Sättigungsgefühl setzt später ein. Mögliche Folge: Wir essen mehr.

Machen Plastikflaschen unfruchtbar?

Mineralwasser wird oft in Plastikflaschen verkauft. Und die können den Weichmacher Bisphenol A oder seinen Nachfolger Tritan enthalten. Diese Stoffe können in das Wasser übergehen und stehen im Verdacht, bestimmte Hormone zu unterdrücken, die den Körper vor Unfruchtbarkeit, Diabetes und Übergewicht schützen.

 

Macht ein hoher Mineralien-Gehalt alt?

Mineralstoffarmes Wasser besitzt einen höheren Reinigungseffekt im Körper, dies zeigten die Untersuchungen des französischen Wissenschaftlers Prof. Louis-Claude Vincent. Es können mehr Körperschlacken ausgespült werden, und somit kann Gefäßerkrankungen und Alterungsprozessen vorgebeugt werden.

Macht Limonade die Knochen weich?

Phosphorsäure gilt als „Calciumräuber“ und kann in größeren Mengen über lange Zeit getrunken bei Menschen mit erhöhtem Calciumbedarf zum Calciumabbau in den Knochen führen. Auf dem Getränke-Etikett sind alle Inhaltsstoffe angegeben.

Kann man auf dem Trockenen eigentlich ertrinken? Das erfahren Sie im Video.

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