Ist Haarefärben in der Stillzeit bedenklich?

Redaktion PraxisVITA

Viele Frauen verzichten in der Schwangerschaft darauf, sich die Haare zu färben. Doch wie sieht es mit dem Färben der Haare in der Stillzeit aus? Ist es okay, sich als frischgebackene Mutter in der Stillzeit die Haare zu färben? Oder gefährdet man damit sogar das Kind?

Inhalt
  1. Ist Haarefärben in der Stillzeit gefährlich?
  2. Diese Dinge sollten Sie beim Haarefärben in der Stillzeit beachten
  3. Alternativen zum Haarefärben in der Stillzeit
  4. Ist tönen besser als färben?
 

Ist Haarefärben in der Stillzeit gefährlich?

Während Haare färben in der Schwangerschaft und auch in der Stillzeit früher noch ein absolutes No-Go war, sehen Experten die Sache heutzutage schon deutlich entspannter. Grundsätzlich wurden in den vergangenen Jahren viele Produkte verboten, die unter anderem für Schwangere eine Gefahr darstellen könnten. Andere wiederum wurden mit einem speziellen Symbol gekennzeichnet, das eine mögliche Gefahr für Schwangere anzeigt. Das Bundesamt für Risikobewertung sieht nach aktuellen Einschätzungen hierzulande keine Gefahr bei Haarfärbemitteln für Mutter und Kind. Die Menge an Chemikalien, die beim Haarefärben über die Kopfhaut ins Blut der Mutter gelangen können, würden demnach nur sehr gering ausfallen. Dies gelte auch für das Blondieren oder das Aufhellen der Haare.

 

Diese Dinge sollten Sie beim Haarefärben in der Stillzeit beachten

Auch wenn Haare färben während der Stillzeit oder der Schwangerschaft heutzutage als ungefährlich eingestuft wird, fühlen sich viele Müttern nicht ganz wohl dabei. Schließlich stecken Haarfärbemittel voller Chemikalien wie beispielsweise Ammoniak, deren Dämpfe beim Färben eingeatmet werden.

Was kann man tun, um das Haarefärben in der Stillzeit so schonend wie möglich zu gestalten?

Verträglichkeitstest im Vorfeld

Auch bereits bekannte Haarfärbemittel können in der Schwangerschaft oder Stillzeit Allergien auslösen. Grund dafür sind oft hormonelle Schwankungen.

Bevor Sie in der Stillzeit eine Haarfarbe benutzen, sollten Sie mit einem sogenannten Verträglichkeitstest – wie in der Packungsbeilage beschrieben – sichergehen, dass Sie nicht empfindlich auf ein Produkt reagieren.

Handschuhe benutzen

Um eine Reizung Ihrer Haut zu vermeiden, sollten Sie beim Haarefärben stets die beiliegenden Handschuhe benutzen.

Packungsbeilage lesen und beachten

Beachten Sie beim Haarefärben in der Stillzeit unbedingt die Packungsbeilage, die dem gekauften Produkt beiliegt. Lesen Sie diese und halten Sie sich unbedingt auch an die vorgegebene Einwirkzeit und weitere Hinweise.

Farbe gut auswaschen

Zu einer vorsichtigen Anwendung in der Stillzeit gehört auch, dass Sie das Haarfärbemittel nach der empfohlenen Einwirkzeit sehr gründlich ausspülen. Damit stellen Sie sicher, dass mögliche Reste von Farbe und Chemikalien nicht auf Ihrer Kopfhaut verbleiben.

Gut durchlüften

Zum Schutz Ihres Kindes sollten Sie Ihre Haare nicht in der Anwesenheit des Neugeborenen färben. Außerdem sollten Sie nach dem Haarefärben nicht nur in der Stillzeit ordentlich durchlüften, um den Geruch der Chemikalien zu vertreiben.

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Alternativen zum Haarefärben in der Stillzeit

Neben herkömmlichen Haarfarben gibt es mittlerweile eine Reihe an alternativen Haarfärbemitteln zum Haarefärben in der Stillzeit.

Naturhaarfarben

Um das Allergierisiko beim Haarefärben zu senken, wird empfohlen, in der Stillzeit auf Naturhaarfarben zurückzugreifen. Sie enthalten weniger bis keine Chemikalien und sind so geradezu unbedenklich. Außerdem tun Sie mit der Verwendung von Naturhaarfarben auch der Umwelt einen Gefallen.

Strähnchen

Die Gefahr, dass Chemikalien beim Färben der Haare vom Körper aufgenommen werden, besteht nur, wenn ein Kontakt zur Kopfhaut besteht. Wenn Sie Ihre Haarfarbe in der Stillzeit jedoch nur mit feinen Strähnchen auffrischen, gibt es diese Gefahr nicht.

 

Ist tönen besser als färben?

Während es grundsätzlich eher Geschmackssache ist, ob man sich seine Haare lieber dauerhaft färben oder nur vorübergehend tönen möchte, heißt es für Schwangere und Mütter in der Stillzeit: Tönen ist besser als färben. Und das hat einen einfachen Grund: Eine Haartönung enthält keine Chemikalien. Daher dringt beim Haaretönen die Farbe nicht in die Haare ein, sondern umschließt diese nur. So können Frauen in der Stillzeit sich vor ungeahnten Reaktionen ihrer Kopfhaut, vor möglichen Allergien, aber auch vor Chemikalien im Körper schützen.

Haarefärben in der Stillzeit stellt zwar keine unmittelbare Gefahr dar. Dennoch ist es nicht falsch, achtsam mit dem Färben umzugehen. So kann man durch das Tragen von Handschuhen die Gefahr auf eine Hautreizung und durch die Wahl einer Naturhaarfarbe das Allergierisiko vermindern.

Quellen: 

https://www.bfr.bund.de/de/fragen_und_antworten_zur_risikobewertung_von_kosmetischen_mitteln-189017.html (Abrufdatum: 24.09.2019)

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