Ist Fast Food schuld an Autoimmunkrankheiten?

Kann Fastfood Autoimmunkrankheiten auslösen?
Eine Studie der Yale University zeigt: Der Anstieg von Autoimmunkrankheiten wie Rheuma, MS oder Schuppenflechte steht in Zusammenhang mit einem hohen Konsum an Fast Food und Fertiggerichten © Fotolia

Ob Rheuma, Schuppenflechte oder chronisch entzündliche Darmerkrankung – eine aktuelle Studie vermutet Fast Food als Auslöser für Autoimmun-Erkrankungen.

Abgeschlagenheit. Kribbeln in den Händen. Magenschmerzen. Die ersten Signale sind selbst für Ärzte schwer zuzuordnen – bis ein heftiger Krankheitsschub auftritt. Ob Colitis ulcerosa, Rheuma oder Multiple Sklerose (MS) – rund 60 verschiedene Autoimmunleiden sind bekannt. Vor allem in den Industrieländern erkranken immer mehr Menschen daran. Das lässt darauf schließen, dass nicht nur erbliche Faktoren für den Angriff aufs Immunsystem verantwortlich sind.

Fakten zu Autoimmun-Erkrankungen

Rund vier Millionen Deutsche haben eine Autoimmunkrankheit – meist Schuppenflechte, Rheuma oder eine chronische Darmentzündung wie Colitis ulcerosa und Morbus Crohn.

Wer ist betroffen?

Es kann jeden treffen – überdurchschnittlich oft erkranken aber Frauen von 20 bis 40. Mediziner vermuten, dass weibliche Hormone Entzündungen eher begünstigen als männliche.

Was sind die Ursachen?

Oft steckt ein Zusammenspiel verschiedener Ursachen dahinter: erbliche Veranlagung, Infektionen und Umwelteinflüsse. So verdoppelt Rauchen das Risiko, an Gelenkrheuma zu erkranken. Bestimmte Weichmacher in Kosmetika können die Entstehung der sogenannten Schmetterlingsflechte fördern.

Wie wird behandelt?

Ärzte therapieren Autoimmunleiden mit entzündungshemmendem Cortison oder Medikamenten, die das Immunsystem dämpfen.

 

Studie der Yale-University

Eine neue Studie der amerikanischen Yale University zeigt: Der Anstieg von Rheuma, MS oder Schuppenflechte steht in Zusammenhang mit einem hohen Konsum an Fast Food und Fertiggerichten. Grund: Große Salzmengen verzehnfachen die Zahl der „Th17-Immunzellen" – sie spielen beim Ausbruch von Autoimmunerkrankungen eine wichtige Rolle. Auch vermuten Forscher, dass zu viel Hygiene die Darmflora, unsere Abwehrzentrale, verändern kann – und chronische Darmentzündungen wie Colitis ulcerosa begünstigt.

 

Stress als Therapie gegen Autoimmunkrankheiten

Eine Heilung für das Leiden gibt es bislang nicht. Aber Hoffnung: Ärzte erforschen einen neuen Therapieansatz, der den Körper künstlich unter Stress setzt. Bei einer Autoimmunerkrankung des Darms werden zum Beispiel gezielt Fremdkörper wie Fadenwürmer ins Verdauungssystem geleitet, damit die Abwehr gegen einen echten Feind kämpft – und nicht die eigenen Zellen angreift.

Auch die Ernährung kann den Brandherd im Körper beeinflussen. Viel Obst, Gemüse, Kräuter und Omega-3-Fette (Lachs, Rapsöl) wirken antientzündlich und bessern so Beschwerden. Gut behandelt können Autoimmunerkrankte nahezu ein normales Leben führen.

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