Ist eine Lungenentzündung ansteckend? Von diesen Faktoren hängt es ab!

Redaktion PraxisVITA

Eine Lungenentzündung geht mit einem schweren Krankheitsgefühl einher und kann bedrohlich werden. Doch ist eine Lungenentzündung ansteckend? Und wie kann man sich gegebenenfalls vor einer Ansteckung schützen?

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Ist eine Lungenentzündung ansteckend? Diese Frage ist gar nicht so leicht zu beantworten. Denn theoretisch können die Erreger zwar von Mensch zu Mensch übertragen werden – ob es dann tatsächlich zu einer Erkrankung kommt, hängt allerdings von verschiedenen Faktoren ab.

 

Ist eine Lungenentzündung ansteckend? Das kommt auf verschiedene Faktoren an

Die Erreger (Bakterien oder Viren), die eine Lungenentzündung auslösen, können durchaus von Mensch zu Mensch übertragen werden. Die Ansteckung erfolgt durch Tröpfcheninfektion über die Atemwege: Während des Sprechens, Hustens oder Niesens werden die Keime in die Luft übertragen. Diese werden von anderen Menschen eingeatmet und können deren Atemwege besiedeln.

Die Wahrscheinlichkeit, nach solch einer „Ansteckung“ tatsächlich an einer Lungenentzündung zu erkranken, ist aber generell eher gering. Die Krankheitskeime übertragen sich zwar schnell, die wenigsten Menschen entwickeln aber daraufhin selbst eine Lungenentzündung. Denn in der Regel sind die Abwehrzellen des Immunsystems gut in der Lage, die Krankheitserreger zu zerstören, bevor sie in die Lunge geraten.

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Lungenentzündung: Ansteckung häufig im Krankenhaus

Die häufigsten Auslöser einer Lungenentzündung sind die sogenannten Pneumokokken. Diese Bakterien schaffen es vor allem dann, sich in der Lunge festzusetzen, wenn das Organ durch Vorerkrankungen (beispielsweise Asthma oder chronische Bronchitis) geschädigt ist oder das Immunsystem geschwächt ist. Auch infolge einer Grippeerkrankung kann die Lunge so angeschlagen sein, dass sie von den Bakterien besiedelt wird und es zu einer Lungenentzündung kommt.

Die sogenannte nosokomiale Pneumonie gehört zu den häufigsten im Rahmen eines Krankenhausaufenthaltes auftretenden Infektionen. Patienten stecken sich dort leichter an, da ihr Abwehrsystem meist ohnehin schon geschwächt ist und sich nicht mehr so gut gegen Keime verteidigen kann. Außerdem können bestimmte Therapiemaßnahmen, wie die maschinelle Beatmung über einen Luftröhrenschlauch, das Risiko für eine Infektion erhöhen.

 

Lungenentzündung: Ansteckend in der Schwangerschaft?

Eine Lungenentzündung ist nicht auf das Ungeborene übertragbar. Wenn eine Schwangere daran erkrankt, wird sie meist im Krankenhaus unter strenger Beobachtung behandelt. Zur Therapie werden in der Regel Antibiotika eingesetzt, die keine Gefahr für die Mutter und das werdende Kind darstellen.

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Lungenentzündung: Ansteckend bei Babys?

Kinder sind besonders häufig mit Krankheitserregern konfrontiert, z.B. im Kindergarten und in der Schule. Hinzu kommt, dass ihr Immunsystem noch nicht so stark ausgeprägt ist. Erreger, die für die Entstehung einer Lungenentzündung verantwortlich sind, können daher nicht ohne weiteres abgewehrt werden. Besonders Babys nehmen häufig ihre Hände in den Mund. Auf diese Weise können sie sich leichter an einem Erwachsenen oder anderen infizierten Kind anstecken und selbst an einer Lungenentzündung erkranken.

Eine Ansteckung mit Pneumokokken ist aber nur dann möglich, wenn das Baby nicht gegen eine Ansteckung des bakteriellen Erregers geimpft ist. Die ständige Impfkomission (STIKO) empfiehlt eine Pneumokokken-Impfung ab Ende des zweiten Monats.

 

Wie lange ist eine Lungenentzündung ansteckend?

Die Dauer der Ansteckungsfähigkeit kann nicht pauschal bestimmt werden. Sie ist abhängig von einer Vielzahl von Faktoren wie z.B. dem Ausmaß der Erkrankung, der Wirkung der Antibiotika und dem Gesundheitszustand des Betroffenen.

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Lungenentzündung: Ansteckend nach Antibiotika?

Wenn sich die Symptome der Lungenentzündung durch die Einnahme eines Antibiotikums verbessern, ist davon auszugehen, dass das Medikament gegen die Bakterien in der Lunge wirkt. Eine Ansteckung gilt dann nach etwa drei bis vier Tagen als unwahrscheinlich. Solange die Symptome weiterhin bestehen, ist eine Ansteckung allerdings möglich.

 

Pneumokokken-Impfung senkt das Risiko, an einer Lungenentzündung zu erkranken

Um Lungenentzündungen vorzubeugen, raten Mediziner:innen Risikogruppen zu einer Pneumokokken-Impfung. Neben älteren Menschen sollten sich vor allem geschwächte Patient:innen und chronisch Kranke (beispielsweise Herzleidende, Diabetiker:innen und Asthmatiker:innen) impfen lassen. Dadurch wird bei diesen Patient:innen die Gefahr, an einer Lungenentzündung zu sterben, um 90 Prozent gesenkt. Normalerweise ist eine einmalige Impfung ausreichend. Für chronisch Kranke kann eine Auffrischung alle fünf Jahre sinnvoll sein.

Die Pneumokokken-Impfung ist in der Regel gut verträglich, nur selten kommt es zu harmlosen Reaktionen, wie Hautrötungen oder Schwellungen. Da Pneumokokken auch Mittelohr- und Nasennebenhöhlen-Entzündungen verursachen, ist man durch die Spritze gleich mehrfach geschützt.

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Wie kann man die Entstehung einer Lungenentzündung vermeiden?

Darüber hinaus ist es wichtig, das Immunsystem bei den ersten Hustenanfällen zu unterstützen, um zu verhindern, dass aus einem harmlosen Infekt eine Lungenentzündung entsteht. Dafür sollten Betroffene sich schonen, am besten auf dem Sofa oder im Bett. Die Bronchien freuen sich über Fenchel-, Anis- oder Kamillentee – sie beruhigen die Schleimhäute. Inhalationen mit Kochsalz fördern das Abhusten. Auch Wickel befreien die Lunge.

Anleitung: Tuch in heißem Ingwer- oder Spitzwegerichtee tränken, auswringen, etwa 20 Minuten um den Brustkorb legen. Das steigert die Durchblutung und wirkt schleimlösend.

Die Frage „ist eine Lungenentzündung ansteckend?“ ist also mit „ja“ zu beantworten – allerdings ist solch eine Ansteckung eher selten und das Risiko kann mit geeigneten Maßnahmen noch weiter verringert werden.

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