Ist eine Gürtelrose ansteckend?

Herpes Zoster
Ist eine Gürtelrose ansteckend? Ja. Außerhalb des Körpers können die Viren einige Tage ansteckend bleiben. Möglich ist also auch eine Ansteckung durch das Anfassen von Treppengeländern, Türklinken oder Einkaufswagen © iStock/4kodiak

Wie jede Viruserkrankung ist auch die Gürtelrose ansteckend. Wie hoch die Ansteckungsgefahr ist und welche Maßnahmen zur Vorbeugung Sie ergreifen können, lesen Sie hier.

Für die Entstehung einer Gürtelrose sind dieselben Herpes-Zoster-Viren verantwortlich, die auch Windpocken hervorrufen. Die Ansteckungsgefahr ist jedoch bei einer Gürtelrose geringer. Während die Übertragung bei Windpocken auch über die Tröpfcheninfektion – z.B. durch Husten oder Niesen – erfolgen kann, ist eine Gürtelrose erst dann ansteckend, wenn eine Person mit dem Inhalt eines Herpes-Zoster-Bläschens direkt in Kontakt kommt. Mediziner bezeichnen das als Schmierinfektion.

Eine direkte Ansteckung mit Gürtelrose gibt es demnach nicht. Die Übertragung der Herpes-Zoster-Viren erfolgt in erster Linie über die Hände. Die Viren können sich aber auch von Gegenständen auf andere Menschen übertragen. Das ist möglich, da Viren einige Tage außerhalb des Körpers überleben können. Eine hohe Ansteckungsgefahr besteht beim Anfassen von Türgriffen, Wasserhähnen und  Treppengeländern. Allerdings können nur Menschen, die Windpocken hatten – sich also mit den sogenannten Varicella-Zoster-Viren (bzw. Varizellen) angesteckt haben – an einer Gürtelrose erkranken ("Keine Gürtelrose ohne Windpocken").

 

Wie lange ist eine Gürtelrose ansteckend?

Erreichen die Varicella-Zoster-Viren die Haut, entwickelt sich der Bläschenausschlag. Menschen, die noch nicht geimpft sind und noch nicht an den Windpocken erkrankt sind, können sich durch die Kontakt mit der Bläschenflüssigkeit anstecken. Bis die Bläschen komplett ausgetrocknet und abgefallen sind, ist die Gürtelrose ansteckend. Das kann zwei bis drei Wochen andauern. Um eine Übertragung zu vermeiden, sollten die Bläschen nicht geöffnet werden.

 

Ansteckungsgefahr bei Babys

Wenn eine Schwangere nicht gegen Varicella-Zoster-Viren geimpft ist und noch keine Windpockenerkrankung hatte, kann das erhebliche Folgen für das Neugeborene haben. Bei einer Ansteckung durch Herpes-Zoster-Bläschen entwickelt die werdende Mutter Windpocken. In einigen Fällen wird das ungeborene Kind über die Plazenta mit den Viren angesteckt. Das kann schlimmstenfalls zu einer Fehlgeburt führen, aber auch Fehlbildungen können die Folge sein. Menschen, die unter einer Gürtelrose leiden, sollten deshalb den Kontakt zu Schwangeren meiden, um keine Ansteckung zu riskieren.

 

Wie lässt sich einer Gürtelrose vorbeugen?

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt seit 2004 für alle Kinder eine Impfung gegen Windpocken, die noch nicht in Kontakt mit dem Erreger gekommen sind. Doch eine Gürtelrose-Impfung ist auch für alle über 50 Jahre noch sinnvoll, da vor allem Senioren von einer Gürtelrose betroffen sind (Kosten: 180 Euro, Kasse zahlt oft auf Anfrage). Sie reduziert die Gefahr, an einer Gürtelrose zu erkranken, um mehr als die Hälfte. Kommt es bei Geimpften dennoch zum Ausbruch, ist der Verlauf milder. Zudem ist die Wahrscheinlichkeit bleibender Nervenschäden verringert.

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